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Daniel Feyler

Geschäftsführer & PKV-Experte
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PKV trotz ADHS: Wie gut sind meine Chancen?

Du hast ADHS und möchtest in die private Krankenversicherung? Dann solltest du dir über eines im Klaren sein: Die Versicherer bewerten ADHS sehr unterschiedlich – je nachdem, ob du aktuell Medikamente nimmst oder die Diagnose Jahre zurückliegt.
Inhalt
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Bei aktueller medikamentöser Behandlung mit Methylphenidat oder Elvanse liegt deine Aufnahme-Chance bei nur 35 von 100. Die Risikozuschläge bewegen sich zwischen 20 und 40 Prozent. Viele Versicherer lehnen direkt ab, weil sie lebenslange Medikamentenkosten und das Risiko von Begleiterkrankungen fürchten.

Ganz anders sieht es aus, wenn deine ADHS-Diagnose aus der Kindheit stammt und du seit über 5 Jahren symptomfrei ohne Medikation bist. Dann steigt deine Chance auf 70 von 100 mit moderaten Zuschlägen zwischen 0 und 15 Prozent.

In diesem Ratgeber zeige ich dir die konkreten Strategien für die Aufnahme, welche Versicherer überhaupt mit ADHS-Patienten sprechen und warum die Öffnungsaktion für Beamte oft der sicherste Weg ist.

PKV trotz ADHS: Wie gehen Versicherer mit der Vorerkrankung um?

Versicherer behandeln ADHS als chronische psychische Vorerkrankung, und diese Einordnung hat weitreichende Konsequenzen für deine Aufnahmechancen. Die Versicherungen sehen in ADHS ein erhöhtes Risiko, weil statistisch häufig Begleiterkrankungen auftreten können.

Die Gesundheitsprüfung bei der PKV-Antragstellung ist detailliert und fragt nach allen Vorerkrankungen, auch nach psychischen Diagnosen wie ADHS. Die Versicherungen erwarten vollständige und korrekte Angaben, und wer hier etwas verschweigt, riskiert später den Verlust des gesamten Versicherungsschutzes.

Das ist keine theoretische Gefahr, sondern passiert in der Praxis immer wieder.

Wie bewertet die PKV ADHS?

Die Bewertung durch die Versicherer hängt von mehreren Faktoren ab, die ich täglich in meinen Beratungsgesprächen sehe. Der Zeitpunkt und Verlauf der Erkrankung spielt eine zentrale Rolle: Wie lange liegt die letzte Behandlung oder Medikation zurück? Läuft aktuell noch eine Therapie, und gibt es Folgediagnosen?

Diese Fragen entscheiden maßgeblich über deine Chancen.

Die Symptomfreiheit ist der wichtigste Faktor überhaupt. Bei mindestens 5 bis 10 Jahren vollständiger Beschwerde- und Behandlungsfreiheit kann eine Aufnahme möglich sein, je nach Versicherer. Voraussetzung ist allerdings, dass keine weiteren psychiatrischen Diagnosen oder Auffälligkeiten dokumentiert sind. Wer seit Jahren keine Medikamente mehr nimmt, keine Therapie mehr braucht und im Berufsleben stabil dasteht, hat deutlich bessere Karten als jemand mit aktiver Behandlung.

Der berufliche Status und Lebenslauf spielen ebenfalls eine Rolle. Manche Berufsgruppen haben über Gruppenverträge bessere Chancen, auch mit ADHS aufgenommen zu werden. Wer einen stabilen Berufsverlauf vorweisen kann, mehrere Jahre beim gleichen Arbeitgeber tätig ist und keine ADHS-bedingten Probleme im Lebenslauf zeigt, wird positiver bewertet als jemand mit häufigen Jobwechseln oder abgebrochenen Ausbildungen.

Enorme Unterschiede zwischen den Versicherern

Die Unterschiede zwischen den Versicherern sind enorm, und das überrascht viele meiner Kunden.

Während die meisten traditionellen PKV-Anbieter ADHS grundsätzlich ablehnen, gibt es einzelne Gesellschaften, die über berufsständische Versorgungswerke oder Gruppenverträge einen Zugang ermöglichen.

In meiner Beratungspraxis erlebe ich regelmäßig, dass Kunden völlig unterschiedliche Rückmeldungen von verschiedenen Versicherern bekommen. Ein und dieselbe ADHS-Vorgeschichte führt bei Versicherer A zur sofortigen Ablehnung, bei Versicherer B zu einem Risikozuschlag von 30% und bei Versicherer C zu einem Leistungsausschluss für psychotherapeutische Behandlungen.

Diese Unterschiede machen eine professionelle Beratung und strategische Vorgehensweise so wichtig.

Ich bring dich trotz Vorerkrankung in die PKV.

Begleiterkrankungen verschlechtern die Aussichten dramatisch.

Wer neben ADHS auch Depressionen, Angststörungen oder Suchtprobleme in der Akte hat, wird bei einer regulären PKV-Aufnahme kaum eine Chance haben. Die Versicherer sehen hier ein zu hohes Risiko für zukünftige Behandlungskosten, und selbst lange Behandlungsfreiheit hilft dann oft nicht mehr weiter.

Wie hoch ist der Risikozuschlag bei ADHS?

Der Risikozuschlag bei ADHS bewegt sich in einer Spanne, die viele überrascht und die langfristig richtig teuer werden kann. Wenn überhaupt eine Aufnahme in die reguläre PKV erfolgt, liegt der Risikozuschlag zwischen 10% und 30% auf den Grundbeitrag, wobei bei ADHS meist der obere Bereich ausgeschöpft wird.

Die realistische Spanne für ADHS liegt bei 20% bis 30% Aufschlag auf den Grundbeitrag, weil die Versicherer ADHS als hohes Risiko einstufen. Das bedeutet konkret: Wenn dein normaler PKV-Beitrag bei 400 Euro monatlich liegen würde, zahlst du mit 30% Risikozuschlag 520 Euro.

BehandlungsstatusAblehnungsquoteTypischer RisikozuschlagLeistungsausschluss
Aktive ADHS mit laufender Medikation95–99 %Meist keine AufnahmeMeist keine Aufnahme
Aktive Psychotherapie95–99 %Meist keine AufnahmeMeist keine Aufnahme
5–10 Jahre behandlungsfrei70–80 %20–30 % bei AufnahmeHäufiger als Zuschlag
Über 10 Jahre beschwerdefrei + stabiler Lebenslauf50–60 %10–20 % bei kulanten VersicherernMöglich
Beamte (Öffnungsaktion)0 % (Aufnahmegarantie)Maximal 30 %Nicht erlaubt

Das sind 120 Euro mehr pro Monat, also 1.440 Euro mehr pro Jahr, und über 20 Jahre gerechnet eine Mehrbelastung von fast 29.000 Euro.

Was beeinflusst die Höhe des Risikozuschlags?

Die Behandlungsfreiheit spielt die größte Rolle: Mindestens 5 bis 10 Jahre ohne Medikation oder Therapie sind oft Voraussetzung für eine Aufnahme überhaupt. Je länger diese Phase, desto besser die Chancen auf einen moderateren Zuschlag.

Die Stabilität des Lebensverlaufs wird von den Versicherern genau geprüft. Eine erfolgreiche Berufs- oder Ausbildungslaufbahn ohne ADHS-bedingte Brüche wirkt sich positiv aus, während häufige Arbeitsplatzwechsel oder abgebrochene Ausbildungen den Zuschlag in die Höhe treiben. Die Versicherer wollen sehen, dass du trotz ADHS ein stabiles und erfolgreiches Leben führst.

Begleiterkrankungen sind der Killer für moderate Zuschläge. Wenn neben ADHS auch Depressionen, Angststörungen oder Suchtprobleme dokumentiert sind, wird der Risikozuschlag entweder maximal oder die Aufnahme wird gleich komplett abgelehnt. Die aktuelle Symptomatik ist ebenso entscheidend: Vollständige Beschwerdefreiheit im Alltag ist praktisch Grundvoraussetzung für jede Form der Aufnahme.

Aktuelle Medikation mit Methylphenidat, Lisdexamfetamin oder Atomoxetin ist für die meisten Versicherer ein Ausschlusskriterium. Wer noch Tabletten nimmt, kommt regulär nicht in die PKV, da hilft auch der höchste Risikozuschlag nichts. Laufende Psychotherapie oder Verhaltenstherapie wird ähnlich bewertet wie aktuelle Medikation, und ein instabiler Lebenslauf mit häufigen Jobwechseln oder abgebrochenen Ausbildungen lässt die Versicherer an der langfristigen Stabilität zweifeln.

Praxisbeispiel aus meiner Beratung

Ein selbstständiger Unternehmensberater, Mitte 30, kam zu mir mit einer ADHS-Diagnose aus der Kindheit.

Er hatte seit 12 Jahren keine Medikamente mehr genommen, war beruflich sehr erfolgreich und hatte keine Begleiterkrankungen. Von fünf angefragten Versicherern lehnten drei komplett ab, einer bot einen Leistungsausschluss für alle psychotherapeutischen Behandlungen an, und einer bot eine Aufnahme mit 25% Risikozuschlag.

Bei einem Grundbeitrag von 450 Euro bedeutete das 562,50 Euro monatlich statt 450 Euro. Der Kunde entschied sich für die Aufnahme, weil er die PKV-Vorteile wollte und bereit war, die Mehrkosten zu tragen. Über 30 Jahre gerechnet zahlt er durch den Risikozuschlag etwa 40.000 Euro mehr als ohne ADHS.

Anonyme Risikovoranfrage bei ADHS

Die anonyme Risikovoranfrage ist bei ADHS nicht nur sinnvoll, sondern absolut notwendig, und ich empfehle sie jedem meiner Kunden mit dieser Vorerkrankung. Sie ist ein risikofreier Testlauf für deinen PKV-Antrag, bei dem deine Gesundheitsdaten ohne Namensnennung an ausgewählte Versicherer übermittelt werden, um vorab zu prüfen, ob und zu welchen Konditionen eine Aufnahme möglich wäre.

Der entscheidende Schutz liegt darin, dass deine persönlichen Daten wie Name, Adresse und Geburtsdatum komplett anonym bleiben. Es erfolgt kein Eintrag im HIS (Hinweis- und Informationssystem der Versicherungswirtschaft), selbst bei Ablehnungen.

HIS-Problem bei PKV-Anträgen

Das HIS-Problem ist gravierend: Wird ein PKV-Antrag abgelehnt, erfolgt ein Eintrag in diesem System, und andere Versicherer können diese Information abrufen und lehnen oft automatisch ab. Einmal abgelehnt bedeutet bei ADHS praktisch immer abgelehnt, weil die Versicherer sich gegenseitig absichern. Da ADHS bei den meisten Versicherern zu hohen Ablehnungsquoten führt, ist das HIS-Risiko besonders hoch.

So läuft die anonyme Risikovoranfrage ab

Du beauftragst einen spezialisierten PKV-Makler, der die anonyme Anfrage übernimmt, und das ist für dich kostenlos, weil die Finanzierung über die Versicherungs-Courtage läuft. Der Makler erfasst dann alle ADHS-bezogenen Informationen: Diagnosezeitpunkt, Behandlungsverlauf, Medikation, aktueller Status mit Beschwerdefreiheit, letzte Behandlung und Stabilität sowie alle Begleiterkrankungen wie Depressionen, Angststörungen oder Suchtprobleme.

Die Lebenssituation wird ebenfalls dokumentiert, also beruflicher Erfolg, Ausbildungsabschlüsse und soziale Stabilität. Dann werden ärztliche Unterlagen gesammelt: Der Krankenkassen-Auszug der letzten Jahre, Arztberichte zur ADHS-Behandlung, ein aktuelles Attest über Beschwerdefreiheit wenn zutreffend sowie neuropsychologische Gutachten oder Testergebnisse falls vorhanden.

Der Makler entfernt alle Identifikationsmerkmale, bereitet die medizinischen Daten professionell auf und wählt strategisch die anzufragenden Versicherer aus. Die Weiterleitung erfolgt dann gleichzeitig an mehrere PKV-Anbieter, und nach 7 bis 14 Tagen liegen alle Antworten vor. Die Versicherer geben konkrete Aussagen ab: normale Annahme, Risikozuschlag, Leistungsausschluss oder Ablehnung.

Warum ist die Voranfrage bei ADHS unverzichtbar?

Die enormen Unterschiede zwischen Versicherern machen die Voranfrage unverzichtbar. Manche Versicherer lehnen grundsätzlich ab, andere bieten Aufnahme mit 20% bis 30% Risikozuschlag, und einzelne haben eine kulantere Bewertung bei langer Behandlungsfreiheit. Gruppenverträge ermöglichen teilweise bessere Konditionen, und ohne Voranfrage würdest du blind ins Messer laufen.

Die typischen Voranfrage-Ergebnisse bei ADHS zeigen die harte Realität. Bei aktiver ADHS oder laufender Behandlung liegt die Ablehnungsquote bei 95% bis 99% aller Versicherer, und die einzige Ausnahme ist die Beamten-Öffnungsaktion mit garantierter Aufnahme und maximal 30% Zuschlag oder der Basistarif mit Aufnahmepflicht aber hohen Beiträgen.

Bei 5 bis 10 Jahren Behandlungsfreiheit sinkt die Ablehnungsquote auf 70% bis 80% der Versicherer, und eine Aufnahme ist möglich bei 2 bis 3 Versicherern mit 20% bis 30% Risikozuschlag, wobei Leistungsausschlüsse häufiger angeboten werden als Risikozuschläge. Bei über 10 Jahren Beschwerdefreiheit und stabilem Lebenslauf liegt die Ablehnungsquote noch bei 50% bis 60% der Versicherer, und eine normale Annahme ist sehr selten aber möglich.

Die anonyme Risikovoranfrage bietet dir strategische Vorteile.

Bei negativen Voten gewinnst du Zeit für weitere beschwerdefreie Jahre, kannst andere Gesundheitsverbesserungen vornehmen und zusätzliche positive ärztliche Atteste sammeln. Du bekommst eine realistische Einschätzung deiner tatsächlichen Aufnahmechancen, vermeidest unrealistische Erwartungen und kannst eine fundierte Entscheidung zwischen PKV und GKV-Verbleib treffen.

Ausschluss: In diesen Fällen kommst du mit ADHS nicht in die PKV

Die harte Wahrheit ist, dass ADHS in vielen Fällen zu einer sofortigen Ablehnung führt, und ich sage meinen Kunden immer ehrlich, wann die Chancen gegen null gehen. Es gibt klare Ausschlusskriterien, bei denen selbst die beste Beratung und anonyme Voranfrage nichts mehr bringen.

Automatische Ablehnungsfälle

Kinder und Jugendliche mit aktiver ADHS-Diagnose werden kategorisch abgelehnt, weil die Behandlung voraussichtlich noch Jahre andauern wird und die Kosten nicht kalkulierbar sind. Die einzige Ausnahme ist die Neugeborenenregelung, bei der Kinder privatversicherter Eltern innerhalb von zwei Monaten nach Geburt ohne Gesundheitsprüfung aufgenommen werden müssen.

Erwachsene mit laufender Medikation haben bei regulärer PKV keine Chance. Wer aktuell Methylphenidat, Lisdexamfetamin oder andere ADHS-Medikamente nimmt, wird von den Versicherern als akut behandlungsbedürftig eingestuft. Die aktive Psychotherapie wegen ADHS wird genauso bewertet, und dokumentierte Begleiterkrankungen wie Depressionen, Angststörungen oder Suchtprobleme machen die Aufnahme praktisch unmöglich.

Ein instabiler Lebenslauf mit ADHS-bedingten Problemen ist ebenfalls ein Ausschlusskriterium. Wenn die Patientenakte zeigt, dass ADHS zu häufigen Jobwechseln, abgebrochenen Ausbildungen oder längeren Arbeitsunfähigkeitszeiten geführt hat, lehnen die Versicherer ab. Sie argumentieren, dass das Risiko für zukünftige Behandlungen und Ausfälle zu hoch ist.

Grenzfälle mit Aufnahmechancen

Grenzfälle mit Aufnahmechancen gibt es durchaus, und hier lohnt sich die anonyme Risikovoranfrage besonders. Erwachsene mit 10 oder mehr Jahren Behandlungsfreiheit haben bei einzelnen Versicherern eine Chance, vor allem wenn eine stabile Berufstätigkeit seit mehreren Jahren nachgewiesen werden kann. Eine positive ärztliche Bescheinigung über Beschwerdefreiheit hilft enorm, und wenn keine dokumentierten Folgeprobleme vorliegen, steigen die Chancen weiter.

Die Aufnahme über berufsständische Gruppenverträge ist manchmal möglich, wenn du Arzt, Rechtsanwalt, Steuerberater oder einer anderen Kammer angehörst. Diese Gruppenverträge haben oft kulantere Aufnahmebedingungen als Einzelverträge, weil das Risiko auf eine größere Gruppe verteilt wird.

Leistungsausschlüsse als Alternative

Leistungsausschlüsse sind häufiger als Risikozuschläge, und das überrascht viele meiner Kunden. Typische ADHS-bezogene Leistungsausschlüsse umfassen die Medikamentenkosten für ADHS-spezifische Präparate wie Ritalin oder Medikinet, psychotherapeutische Behandlungen im Zusammenhang mit ADHS, diagnostische Maßnahmen zur ADHS-Abklärung sowie neuropsychologische Tests und Gutachten.

Der Ausschluss wird gewählt, wenn der Versicherer das ADHS-Risiko als nicht kalkulierbar einstuft, eine aktive Behandlung vorliegt oder eine hohe Wahrscheinlichkeit für Folgekosten prognostiziert wird. Ein Risikozuschlag wird nur dann gewählt, wenn lange Behandlungsfreiheit über 10 Jahre vorliegt, der Lebensverlauf stabil ist ohne Auffälligkeiten und keine Begleiterkrankungen dokumentiert sind.

Der Basistarif bleibt als letzte Option immer bestehen. Er hat eine Aufnahmepflicht ohne Risikoprüfung, erlaubt keine Risikozuschläge oder Ausschlüsse, kommt aber mit hohen Beiträgen orientiert am GKV-Höchstbeitrag und eingeschränkten Leistungen auf GKV-Niveau. Für viele ist das keine attraktive Lösung, aber besser als gar keine Absicherung.

Sonderfall: Wie kommen Beamte trotz ADHS in die PKV?

Beamte mit ADHS haben über die Öffnungsaktion einen garantierten Zugang zur PKV, und das ist der einzige wirklich verlässliche Weg bei dieser Vorerkrankung. Die Öffnungsaktion ist ein brancheneinheitliches Verfahren der PKV, das allen Beamten innerhalb der ersten 6 Monate nach Verbeamtung eine erleichterte Aufnahme garantiert.

Vorteile der Öffnungsaktion für Beamte mit ADHS

Die Öffnungsaktion bietet eine Aufnahmegarantie ohne Ablehnungsmöglichkeit, unabhängig vom Schweregrad der ADHS. Keine Leistungsausschlüsse sind erlaubt, und ADHS-Behandlungen sind vollständig versichert. Der Risikozuschlag ist auf maximal 30% des Grundbeitrags begrenzt, es gibt kein Aufnahmehöchstalter, und du hast Anspruch auf normale beihilfekonforme Tarife mit vollem Leistungsschutz.

Berechtigte Personengruppen für die Öffnungsaktion umfassen Beamte auf Probe, Zeit oder Lebenszeit, Richter mit Beihilfeanspruch, Kirchenbeamte mit Beihilfeanspruch sowie Soldaten, Bundesgrenzschutz, Polizei und Feuerwehr. Seit 2019 können auch Beamte auf Widerruf wie Beamtenanwärter und Referendare die Öffnungsaktion nutzen, und auch Angehörige wie Ehepartner und Kinder profitieren, wenn der Beamte selbst PKV-versichert ist.

Risikozuschlag und die langfristigen Kosten

Der Risikozuschlag bei ADHS wird über die Öffnungsaktion meist mit dem Höchstzuschlag von 30% ausgeschöpft.

Ein Beispiel aus meiner Beratung: Ein Beamter A9 mit ADHS startet bei etwa 350 Euro monatlich, und bei einer prognostizierten Beitragssteigerung von 3% pro Jahr liegt er ab Mitte 40 bei über 1.000 Euro monatlich. Das sind langfristig enorme Kosten, die gut überlegt sein wollen.

AlterGrundbeitrag (ohne ADHS)Mit 30 % RisikozuschlagMonatliche MehrkostenJährliche Mehrkosten
30 Jahre350 €455 €105 €1.260 €
40 Jahre470 €611 €141 €1.692 €
50 Jahre632 €822 €190 €2.280 €
60 Jahre850 €1.105 €255 €3.060 €

Der große Vorteil gegenüber regulärer PKV ist, dass keine Leistungsausschlüsse möglich sind. ADHS-Behandlungen sind vollständig versichert, Medikamente wie Ritalin oder Medikinet werden erstattet, Psychotherapie und Verhaltenstherapie sind abgedeckt, und diagnostische Maßnahmen sowie neuropsychologische Tests sind inkludiert.

Das ist bei einer regulären PKV-Aufnahme mit ADHS praktisch nie der Fall.

6-Monats-Frist für die Öffnungsaktion beachten

Die kritische 6-Monats-Frist darf nicht verpasst werden.

Die Antragstellung muss innerhalb von 6 Monaten nach erstmaliger Verbeamtung erfolgen, wobei das Datum der Antragstellung maßgeblich ist, nicht der Versicherungsbeginn. Die Öffnungsaktion kann nur ein einziges Mal genutzt werden, und wer die Frist versäumt, hat danach nur noch den regulären PKV-Antrag zur Verfügung, der bei ADHS praktisch aussichtslos ist.

Für Beamtenanwärter gibt es zwei mögliche Zeitpunkte: Option 1 ist als Beamter auf Widerruf, dann aber zunächst nur im Basistarif, oder Option 2 nach Verbeamtung auf Probe, dann ist Vollschutz möglich. Meine Empfehlung bei ADHS ist klar: Warten bis zur Verbeamtung auf Probe für bessere Tarifoptionen.

Nicht alle PKV-Anbieter nehmen an der Öffnungsaktion teil. Große teilnehmende Versicherer sind Allianz, Barmenia, Debeka, DKV, Signal Iduna, HUK-Coburg, Münchener Verein und Süddeutsche Krankenversicherung.

PKV-AnbieterÖffnungsaktion
Allianz Private Krankenversicherungs-AG
BBKK Bayerische Beamtenkrankenkasse AG
Barmenia Krankenversicherung AG
Central Krankenversicherung AG (jetzt Generali)
DBV Deutsche Beamtenversicherung
Debeka Krankenversicherungsverein a.G.
DKV Deutsche Krankenversicherung AG
Generali Deutschland Krankenversicherung AG
Hallesche Krankenversicherung auf Gegenseitigkeit
HUK-Coburg Krankenversicherung AG
Inter Krankenversicherung AG
LKH Landeskrankenhilfe V.V.a.G.
Münchener Verein Krankenversicherung a.G.
ottonova Krankenversicherung AG
SDK Süddeutsche Krankenversicherung a.G.
SIGNAL IDUNA Krankenversicherung a.G.
UKV Union Krankenversicherung AG
Versicherer im Raum der Kirchen Krankenversicherung AG

Die strategische Empfehlung für Beamte mit ADHS ist eindeutig: Nutze die 6-Monats-Frist unbedingt, um dir die PKV-Option offenzuhalten. Hole mehrere Angebote von teilnehmenden Versicherern ein und vergleiche die Tarifdetails, besonders den Hilfsmittelkatalog. Berücksichtige die Beitragsentwicklung verschiedener Anbieter, schließe Beitragsentlastungstarife für das Alter ab und prüfe höhere Selbstbeteiligung zur Beitragsreduzierung.

Die Öffnungsaktion ist bei ADHS nicht nur sinnvoll, sondern oft die einzige Chance auf eine private Krankenversicherung mit vollständigem Leistungsschutz. Ob sich die PKV mit 30% Risikozuschlag langfristig lohnt oder ob die GKV günstiger ist, muss jeder Beamte individuell durchrechnen.

Fazit: „Mit ADHS in die PKV zu kommen ist extrem schwierig, aber nicht in allen Fällen unmöglich“

Die Chancen hängen stark davon ab, wie lange deine letzte Behandlung zurückliegt, ob du stabil im Berufsleben stehst und ob Begleiterkrankungen dokumentiert sind.

Die anonyme Risikovoranfrage ist bei ADHS Pflicht, nicht optional. Wer ohne diese Absicherung einen PKV-Antrag stellt, riskiert einen HIS-Eintrag bei Ablehnung und macht sich damit den Zugang zur PKV dauerhaft unmöglich. Ich empfehle jedem meiner Kunden mit ADHS, diesen Weg zu gehen, bevor auch nur ein einziger offizieller Antrag gestellt wird.

Für Beamte ist die Öffnungsaktion der einzige verlässliche Weg in die PKV, aber der 30% Risikozuschlag macht die Versicherung deutlich teurer. Ob sich das langfristig lohnt, muss jeder individuell durchrechnen. Manche meiner Kunden entscheiden sich bewusst gegen die PKV, weil die Mehrkosten über die Jahre einfach zu hoch sind.

„Bei Vorerkrankungen wie ADHS arbeite ich immer mit Eventualitäten, nie mit Garantien. Ich gebe mein Bestes für jeden Kunden und kämpfe für die bestmögliche Lösung, aber ich sage auch ehrlich, wenn die Chancen gegen null gehen. Manchmal ist der GKV-Verbleib die bessere Entscheidung, und auch das gehört zu einer ehrlichen Beratung dazu.“

Über den Autor
Ich bin Daniel Feyler aus dem beschaulichen Lautertal in Oberfranken. Seit 2009 berate ich Menschen in ganz Deutschland zur PKV – meist digital, manchmal persönlich. Was als Interesse an Versicherungsthemen begann, wurde zur Berufung: Menschen durch den PKV-Dschungel zu navigieren. Abseits der Beratung genieße ich die Ruhe hier in Bayern.