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Daniel Feyler

Geschäftsführer & PKV-Experte
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PKV mit chronischer Vorerkrankung: Risikozuschlag & Tipps

Du hast eine chronische Erkrankung und fragst dich, ob die private Krankenversicherung für dich überhaupt noch erreichbar ist. Die Antwort hängt stark von deiner Diagnose ab - mit Bluthochdruck oder Asthma stehen deine Chancen deutlich besser als mit Diabetes Typ 1 oder Multipler Sklerose.
Inhalt
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In diesem Ratgeber erfährst du für die häufigsten chronischen Erkrankungen, wie die PKV mit deiner Vorerkrankung umgeht, welche konkreten Risikozuschläge realistisch sind, und wie du durch eine anonyme Risikovoranfrage deine Chancen maximierst.

Du bekommst außerdem klare Antworten darauf, wie du deinen Risikozuschlag später wieder loswerden kannst und warum Beamte mit chronischen Erkrankungen durch die Öffnungsaktion einen entscheidenden Vorteil haben.

Aufnahmechancen und Risikozuschläge in der PKV bei Vorerkrankungen

Bei der privaten Krankenversicherung hängt die Aufnahme maßgeblich vom Gesundheitszustand ab. Chronische Erkrankungen erschweren den Abschluss erheblich, weil Versicherer davon ausgehen, dass die Behandlungskosten über Jahrzehnte anfallen und schwer kalkulierbar sind.

Die Reaktionen der Versicherer auf chronische Vorerkrankungen:

  • Aufnahme ohne Zuschlag bei sehr leichten, gut kontrollierten Erkrankungen (selten)
  • Moderate Risikozuschläge zwischen 10 und 30 Prozent bei kontrollierbaren Erkrankungen
  • Hohe Risikozuschläge zwischen 30 und 50 Prozent bei schwerwiegenden Erkrankungen
  • Leistungsausschlüsse für bestimmte Behandlungen zusätzlich zum Zuschlag
  • Komplette Ablehnung bei Erkrankungen mit unkalkulierbarem Risiko

Asthma bronchiale führt zu moderaten Zuschlägen oder Ablehnung

Asthma ist kein absoluter Ausschlussgrund, aber ein ernstzunehmendes Risiko für Versicherer. Bei gut kontrolliertem, mildem Asthma bestehen realistische Chancen auf PKV-Schutz, während häufige Anfälle oder regelmäßiger Einsatz starker Medikamente zu Ablehnungen führen können.

Die typischen Risikozuschläge bei Asthma variieren zwischen 15 und 40 Prozent:

VersichererRisikozuschlagAnmerkungen
Barmenia15 %Günstigster Zuschlag im Vergleich
DKV16–19 %Moderate Bewertung
Signal Iduna~30 %Durchschnittlicher Zuschlag
Concordia35 % auf AmbulanttarifHöherer Zuschlag im ambulanten Bereich
Universa40 % ambulantHöchster Zuschlag im Vergleich
R+V~63 € monatlich pauschalPauschaler Betrag statt prozentualer Zuschlag

Schweres Asthma mit häufigen Anfällen und hoher Medikamentendosis führt bei vielen Versicherern zur Ablehnung des Antrags. Eine anonyme Risikovoranfrage hilft dir, gezielt diejenigen Versicherer zu identifizieren, die Asthma-Vorerkrankungen akzeptieren.

Diabetes mellitus gehört zu den schwerwiegendsten Vorerkrankungen

Diabetes gehört zu den Diagnosen, die den PKV-Zugang massiv erschweren. Vor allem insulinpflichtiger Typ-1-Diabetes gilt bei vielen PKVen als Ablehnungsgrund. Typ-2-Diabetes ohne Insulinpflicht wird mit etwas besseren Chancen beurteilt, sofern keine gravierenden Folgeschäden vorliegen.

Was du bei Diabetes mit einer PKV-Antragstellung rechnen musst:

  • Erweiterte Gesundheitsprüfung mit aktuellen Laborwerten, HbA1c-Werten und Folgeschäden-Dokumentation
  • Risikozuschläge zwischen 25 und 100 Prozent je nach Schweregrad und Folgeerkrankungen
  • Durchschnittlicher Zuschlag von 30 Prozent wenn eine Aufnahme überhaupt gelingt
  • Leistungsausschlüsse für diabetesbedingte Behandlungen bei hohem Insulinbedarf oder Organschäden
  • Direkte Ablehnung bei vielen Versicherern statt Zuschlagsvereinbarung

Einige PKV-Anbieter haben spezielle Programme für Diabetiker eingeführt. Die AXA begleitet versicherte Diabetes-Patienten mit „Mein DiabetesCoach“, und die Debeka bietet „ProMed Diabetes“ an. Diese Programme verbessern die Versorgung, ändern jedoch nichts an der Risikoprüfung – Diabetes bleibt ein Kostentreiber.

Depression und psychische Erkrankungen erschweren die Aufnahme massiv

Psychische Erkrankungen wie Depressionen, Angststörungen oder Burn-out sind häufig problematisch für die PKV. Viele Versicherer schließen die Kostenübernahme für Psychotherapie generell aus oder lehnen Bewerber mit therapiebedürftigen psychischen Vorerkrankungen ab.

Entscheidend für deine Aufnahmechancen bei psychischen Erkrankungen:

  • Zeitlicher Abstand zur letzten Behandlung – einige PKVen fragen drei Jahre zurück, andere fünf oder zehn Jahre
  • Laufende Psychotherapie führt fast immer zur Ablehnung
  • Abgeschlossene Therapie vor über drei Jahren ermöglicht Zuschläge von 20 bis 30 Prozent
  • Zusätzliche Leistungsausschlüsse für erneute Psychotherapien oder psychosomatische Behandlungen
  • Kulanzregelungen mit Zuschlagsentfall nach drei Jahren ohne Rückfall und mit ärztlichem Attest

Ist eine behandelte Depression länger vorbei und der Gesundheitszustand stabil, bieten manche Versicherer Verträge an, oft aber nur im Basistarif oder mit besonderen Bedingungen.

Rheuma führt bei den meisten Versicherern zur Ablehnung

Schwere chronisch-entzündliche Erkrankungen wie rheumatoide Arthritis gelten als Hochrisiko. In der Praxis führen aktive Rheuma-Erkrankungen bei PKV-Anträgen meist zur Ablehnung. Das liegt am langfristig hohen Behandlungsaufwand mit teuren Medikamenten, Physiotherapie und möglichen Operationen.

Da Rheuma die Kostenkalkulation der Versicherer stark belastet, werden selbst bei einer positiven Vorabanfrage maximale Zuschläge verlangt. Werte von 30 Prozent und mehr sind zu erwarten, falls überhaupt ein Angebot unterbreitet wird. Oft koppeln Versicherer ihre Zustimmung auch an Leistungsausschlüsse, etwa keine Übernahme von Rheuma-Medikamenten oder Gelenkersatz-OPs.

Multiple Sklerose wird als Ausschlussdiagnose betrachtet

Multiple Sklerose wird von privaten Krankenversicherern als Ausschlussdiagnose betrachtet. Aufgrund des unvorhersehbaren Verlaufs und potenziell sehr hoher Behandlungskosten für Medikamente, Rehabilitation und mögliche Pflegefälle lehnen so gut wie alle Versicherer Anträge von MS-Patienten ab.

Im regulären Verfahren werden MS-Betroffene kaum einen Vertrag erhalten. Theoretisch wäre ein enorm hoher Zuschlag nötig, um das Kostenrisiko zu decken, was aber kein Versicherer realistisch anbietet. Realistischerweise bleibt MS-Patienten als einziger PKV-Zugang die Öffnungsklausel für Beamte mit dem gedeckelten Zuschlag von 30 Prozent.

Adipositas führt zu Zuschlägen ab BMI 30

Übergewicht wird bei der Gesundheitsprüfung sehr genau betrachtet, da es mit diversen Risiken einhergeht wie Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Gelenkproblemen. Ab einem Body-Mass-Index von etwa 30 ist ein Risikozuschlag üblich.

Die Höhe des Zuschlags richtet sich nach dem BMI und eventuellen Folgeerkrankungen:

BMI-BereichGewichtsklassifikationTypischer ZuschlagAufnahmechance
25–27Leichtes Übergewicht~5–10 %Sehr gut
28–29Moderates Übergewicht~10–15 %Gut
30–34Adipositas Grad I~20 %Moderat
35–39Adipositas Grad II30–50 %Eingeschränkt
40+Adipositas Grad IIIMeist AblehnungSehr schlecht

Wichtig ist, aktive Maßnahmen zu zeigen – wer bereits erfolgreich Gewicht reduziert hat oder in Behandlung ist, hat bessere Karten. Manche Versicherer honorieren nachträgliche Gewichtsabnahme mit einer Reduktion des Beitrags.

Neurodermitis wird meist als mittleres Risiko eingestuft

Hauterkrankungen wie Neurodermitis werden in der PKV meist als mittleres Risiko eingestuft. Eine leichte Neurodermitis mit nur gelegentlichen Ekzemen beeinträchtigt die Aufnahmechancen kaum – oft reicht ein kleiner Zuschlag oder sogar keine Erhöhung.

Bei milden Formen kann die PKV oft ohne Zuschlag abschließen oder einen geringen Aufpreis von etwa 10 Prozent verlangen. Besteht eine regelmäßige Behandlung mit Salben oder Allergietherapie oder sind größere Hautareale betroffen, liegen Zuschläge um 20 bis 30 Prozent im Bereich des Üblichen.

HIV und AIDS führen praktisch immer zur Ablehnung

Eine HIV-Infektion gehört zu den Vorerkrankungen, bei denen normale PKV-Verträge so gut wie immer abgelehnt werden. Trotz medizinischer Fortschritte bleibt HIV für Versicherer ein extrem hohes Kostenrisiko.

Ohne besondere Regelungen wie die Beamten-Öffnungsaktion haben HIV-Positive praktisch keine Chance auf eine neue private Vollversicherung. Wer HIV-positiv ist und verbeamtet wird, kann über die Öffnungsaktion Zugang zur PKV erhalten. Für Angestellte oder Selbständige mit HIV bleibt meist nur die gesetzliche Krankenversicherung.

Morbus Crohn gilt als praktisch nicht versicherbar

Morbus Crohn und verwandte chronisch-entzündliche Darmerkrankungen wie Colitis ulcerosa sind für PKVen sehr schwierig. Aktive, mittelschwere bis schwere Verläufe führen nahezu immer zur Ablehnung eines PKV-Antrags.

Bei sehr mildem Verlauf mit langer Remission und kaum Medikamenten könnte allenfalls ein einzelner Versicherer unter strengen Auflagen zustimmen. Falls doch eine Versicherungslösung gefunden wird, etwa für Beamte über die Öffnungsaktion, ist mit hohen Zuschlägen bis 30 Prozent zu rechnen.

Epilepsie führt meist zur Ablehnung oder hohen Zuschlägen

Epileptische Anfälle gelten als erhebliches Risiko, insbesondere wenn Anfälle trotz Medikation auftreten. Viele PKV-Anbieter stufen Epilepsie als Ablehnungsgrund ein, vor allem wenn in den letzten Jahren Anfälle dokumentiert sind.

Ist die Epilepsie jedoch gut kontrolliert, etwa seit mehreren Jahren unter Medikamenten anfallsfrei, bestehen unter Umständen Chancen auf eine Aufnahme mit Zuschlag von 20 bis 40 Prozent. Wenn noch vereinzelte Anfälle auftreten, dürfte kein Versicherer ein Angebot ohne einen sehr hohen Zuschlag von 50 Prozent oder mehr machen.

Bluthochdruck wird meist mit moderaten Zuschlägen akzeptiert

Bluthochdruck ist eine häufige Vorerkrankung, die allein meist kein KO-Kriterium darstellt. Leichte bis mittelschwere Hypertonie, gut eingestellt mit Medikamenten, wird von vielen PKVen akzeptiert, allerdings fast immer mit einem Risikozuschlag.

Je nach Schwere und Einstellung der Blutdruckwerte liegen Zuschläge häufig im Bereich 10 bis 30 Prozent:

Blutdruck-SituationMedikationTypischer ZuschlagAufnahmechance
Gut kontrolliert (<140/90)1–2 Medikamente~10 %Sehr gut
Mittelmäßig kontrolliert2–3 Medikamente15–20 %Gut
Schwer einstellbar3+ Medikamente20–30 %Moderat
Mit OrganschädenMultiple Medikamente30 %+ oder AblehnungEingeschränkt

Wer Gewicht verliert, Salz reduziert oder Nichtraucher wird, kann seinen Blutdruck oft verbessern – dies wirkt sich positiv auf die Risikoprüfung aus. Falls der Zuschlag erst einmal vereinbart wurde, kannst du nach einigen Jahren stabiler Werte eine erneute Prüfung beantragen.

Wie kann ich meinen Risikozuschlag wegen einer Vorerkrankung loswerden?

Ein Risikozuschlag muss nicht unbedingt lebenslang gezahlt werden.

Der Zuschlag dient der Absicherung eines erhöhten Gesundheitsrisikos. Entfällt dieses erhöhte Risiko im Laufe der Zeit, kannst du eine Reduzierung oder Streichung des Zuschlags verlangen.

Das Versicherungsvertragsgesetz regelt in § 41 VVG dein Recht auf Beitragsanpassung bei Wegfall der Gefahrerhöhung.

Die Regelung besagt, dass sich die Prämie anpassen muss, wenn die gefahrerhöhenden Umstände wegfallen. Diese rechtliche Grundlage stärkt deine Position als Versicherter deutlich und verpflichtet den Versicherer, auf deinen begründeten Antrag zu reagieren.

Typischerweise vereinbaren Versicherer eine Wartezeit von zwei bis fünf Jahren, innerhalb der der Gesundheitszustand stabil sein muss. Voraussetzung ist, dass sich die Ursache der Mehrgefährdung gebessert oder erledigt hat.

Bei diesen Vorerkrankungen kannst du den Risikozuschlag wieder loswerden

Heilbare oder verbesserbare Zustände bieten die besten Chancen:

  • Übergewicht – bei deutlicher Gewichtsabnahme entfällt die Grundlage für den Zuschlag
  • Bluthochdruck – nach Jahren mit optimal eingestelltem Blutdruck ohne Komplikationen
  • Psychische Erkrankungen – oft befristete Zuschläge mit Streichung nach drei Jahren ohne Rückfall
  • Allergien oder Neurodermitis – bei mehrjähriger Beschwerdefreiheit
  • Erhöhte Cholesterinwerte – wenn Werte durch Ernährungsumstellung dauerhaft normal sind

Diese Riskozuschläge bleiben dauerhaft bestehen

Chronische Erkrankungen, die weiterhin bestehen, rechtfertigen aus Sicht der Versicherer auch dauerhaft einen Mehrbeitrag:

  • Typ-1-Diabetes bleibt dauerhaft kostenverursachend
  • Rheuma kann nicht grundlegend verbessert werden
  • HIV würde stets den Maximalzuschlag erfordern
  • Multiple Sklerose ist eine lebenslange Erkrankung
  • Morbus Crohn verursacht dauerhaft hohe Behandlungskosten

So gehst du konkret vor, um deinen Zuschlag zu streichen

Der Versicherer prüft nicht von selbst, ob der Zuschlag noch gerechtfertigt ist – du musst die Initiative ergreifen:

  1. Aktuelle ärztliche Atteste einreichen mit Laborwerten, die die Risikoverbesserung belegen
  2. Um neue Risikoprüfung bitten und dich auf § 41 VVG berufen
  3. Wartezeit von mindestens zwei Jahren einhalten ohne neue Vorfälle
  4. Kontinuierliche Verbesserung dokumentieren über mehrere Untersuchungen hinweg

Der Versicherer wird den ärztlichen Nachweis prüfen und im Idealfall den Zuschlag reduzieren oder ganz streichen. Vereinbare idealerweise schon bei Vertragsabschluss, dass der Zuschlag befristet ist oder bei guter Entwicklung überprüft wird.

Wie optimiere ich meine Chancen auf eine PKV mit chronischer Vorerkrankung?

Eine gute Vorbereitung und Strategie bei der Antragstellung ist entscheidend, um trotz Vorerkrankungen den bestmöglichen Versicherungsschutz zu erhalten. Wer Vorerkrankungen hat, sollte nicht unbedacht direkt PKV-Anträge bei mehreren Versicherern stellen.

Anonyme Risikovoranfrage schützt vor negativen Einträgen

Jede Ablehnung wird in einer zentralen Wagnis-Datenbank (HIS) der Versicherer vermerkt. Andere Versicherer sehen dann bei deiner Anfrage sofort, dass du woanders abgelehnt wurdest, und lehnen oft ebenfalls ab – selbst ohne eigene Prüfung.

So funktioniert die anonyme Risikovoranfrage:

  • Makler beauftragen: Ein Versicherungsberater übermittelt deine Gesundheitsdaten anonymisiert
  • Mehrere Versicherer anfragen: ohne Name, Geburtsdatum oder andere Identifikationsmerkmale
  • Vorläufige Einschätzungen erhalten: etwa „Versicherung möglich mit 20 Prozent Zuschlag“ oder „Ablehnung“
  • Keine HIS-Einträge: diese Antworten werden nicht in die Datenbank eingetragen
  • Gezielt beantragen: sobald ein positives Angebot dabei ist, offiziellen Antrag stellen

Als PKV-Berater mit über 15 Jahren Erfahrung und mehr als 500 beratenen Kunden mit Vorerkrankungen führe ich diese anonymen Risikovoranfragen regelmäßig durch.

Meine Expertise zeigt, dass die richtige Versichererauswahl den Unterschied zwischen Ablehnung und Aufnahme oder zwischen 15 und 40 Prozent Zuschlag machen kann. Wenn du eine chronische Vorerkrankung hast und eine PKV in Betracht ziehst, können wir gemeinsam eine anonyme Risikovoranfrage bei den vielversprechendsten Versicherern starten.

Wichtige Unterlagen: Gesundheitsdokumentation vorbereiten

Eine gründliche Vorbereitung deiner Gesundheitsunterlagen erleichtert sowohl die Voranfrage als auch den eigentlichen Antrag:

Ärztliche Befunde und Diagnosen:

  • Aktuelle Atteste über deine chronischen Erkrankungen
  • Verlauf, derzeitiger Status und Prognose müssen hervorgehen
  • Bericht des Facharztes mit aktuellen Laborwerten
  • Entlassbriefe mit Abschlussdiagnosen

Patientenakte und Krankenkassenauskunft:

  • Versichertenauskunft mit allen abgerechneten Behandlungen
  • Übersicht der abgerechneten Leistungen von der Kassenärztlichen Vereinigung
  • Ausdruck der Patientenakte oder relevanter Einträge

Ehrliche Auflistung aller Vorerkrankungen:

  • Liste aller Diagnosen, Behandlungen und Medikamente der zurückgefragten Jahre
  • Orientierung an Gesundheitsfragen mit Zeiträumen von fünf oder zehn Jahren
  • Lieber eine Erkrankung zu viel angeben als zu wenig

Besonderheiten für Beamte: Die Öffnungsaktion bei chronischen Vorerkrankungen

Für Beamte mit Vorerkrankungen gibt es eine wichtige Sonderregelung, die den Zugang zur PKV erleichtert – die sogenannte Öffnungsaktion. Diese Aktion ist insbesondere für Beamte mit chronischen Krankheiten relevant, denn sie garantiert eine Aufnahme in die PKV unter bestimmten Bedingungen.

Alle Beamtenanfänger können innerhalb von sechs Monaten nach Verbeamtung die Öffnungsaktion nutzen. Entscheidend ist das Datum, an dem das Beamtenverhältnis begonnen hat. Verpasst du diese Frist, verfällt der Anspruch.

Die Öffnungsaktion bietet dir drei massive Vorteile:

  • Keine Ablehnung wegen Vorerkrankungen: egal ob Diabetes, Krebs, MS oder andere schwere Diagnosen, die private Versicherung muss einen Vertrag anbieten
  • Maximal 30 Prozent Risikozuschlag: dieser Limit gilt unabhängig davon, wie schwer die Krankheit ist, selbst wenn unter normalen Umständen 100 Prozent nötig wären
  • Keine Leistungsausschlüsse aufgrund der Krankheiten – die PKV muss die Vorerkrankung mitversichern

Für wen gilt die Öffnungsaktion und welche Fristen gelten?

Die Öffnungsaktion richtet sich an verschiedene Beamtengruppen:

  • Beamte auf Lebenszeit, Probe und Widerruf (Anwärter, Referendare)
  • Richter mit Beihilfeanspruch
  • Berufssoldaten, Polizei- und Feuerwehrbeamte
  • Dienstordnungsangestellte
  • Enge Familienangehörige (Ehepartner, Kinder) können mitgezogen werden

Die 6-Monats-Frist nach erstmaliger Verbeamtung musst du absolut einhalten. Du kannst die Öffnungsaktion nur einmal nutzen – wenn du als Berufsanfänger darauf verzichtest und abgelehnt wirst, gibt es keine zweite Chance.

Welche Versicherer nehmen an der Öffnungsaktion teil?

Viele große PKV-Unternehmen beteiligen sich an der Öffnungsklausel:

  • Allianz
  • Debeka
  • DKV
  • Signal Iduna
  • HUK-Coburg
  • AXA/DBV
  • Barmenia
  • Gothaer
  • Hallesche

In der Praxis hast du die Auswahl aus etlichen Anbietern. Die Tarife und Konditionen können aber variieren, daher solltest du trotz Öffnungsaktion die Angebote vergleichen.

Beispiel: Wie hoch ist mein PKV-Beitrag mit der Öffnungsaktion?

Ein konkretes Rechenbeispiel zeigt die Wirkung der Öffnungsaktion. Angenommen, der reguläre PKV-Beitrag für 50 Prozent Restkosten liegt bei etwa 300 Euro im Monat:

VorerkrankungPKV ohne ÖffnungsaktionPKV mit Öffnungsaktion
Asthma (mild)~360 € mit 20 % Zuschlag390 € mit 30 % Zuschlag (höher als nötig)
Diabetes Typ 1Meist abgelehnt oder ~600 €390 € garantierte Aufnahme
Rheumatoide ArthritisReguläre Ablehnung390 € garantierte Aufnahme
Depression~390 € mit Psychotherapie-Ausschluss390 € ohne Leistungsausschluss
HIV-InfektionAblehnung bei allen PKVen390 € garantierte Aufnahme

Du siehst hier deutlich, dass in Fällen schwerer Erkrankungen (Diabetes Typ1, Rheuma, HIV) ohne Öffnungsaktion kein bezahlbarer Schutz zustande kommt – der Antrag endet entweder in einer Ablehnung oder mit einem untragbar hohen Beitrag, den sich nur wenige leisten können (oder wollen).

Mit Öffnungsaktion zahlst du als Beamter höchstens 30 % mehr als Gesunde und erhälst überhaupt erst Zugang zur PKV.

Bei leichteren Fällen wie mildem Asthma ist der normale Zuschlag vielleicht sogar niedriger als 30 %; hier muss man die Öffnung nicht nutzen, da man regulär günstiger versichert werden kann.

Wichtig ist also, gut abzuwägen, ob du die Öffnungsaktion in Anspruch nimmst – sie ist insbesondere bei Ablehnungsdiagnosen (siehe Beispiele) ein Segen, bei „Volkskrankheiten“ mit moderatem Risiko jedoch nicht immer notwendig.

Welche Nachteile hat die Öffnungsaktion für Beamte?

Die Öffnungsaktion hat auch Einschränkungen:

  • Beihilfeergänzungstarife fehlen meist – bestimmte Kosten sind nicht voll abgedeckt
  • 30 Prozent Zuschlag sind fest – selbst wenn ein Versicherer regulär nur 10 Prozent genommen hätte
  • Einmalige Nutzung – du kannst die Öffnung nur einmal nutzen
  • Tarifwahl eingeschränkt – du bist auf beihilfekonforme Grundtarife limitiert

Trotzdem überwiegen für Beamte mit ernsthaften Vorerkrankungen klar die Vorteile. Gerade weil die Beihilfe 50 bis 70 Prozent der Kosten trägt, ist die PKV-Lösung meist finanziell attraktiver als GKV, selbst mit Zuschlag.

Insgesamt überwiegen für Beamte mit ernsthaften Vorerkrankungen aber klar die Vorteile: Gerade weil die Beihilfe 50 % – 70 % der Kosten trägt, ist die PKV-Lösung meist finanziell attraktiver als GKV, selbst mit Zuschlag. Ohne Öffnungsaktion wären viele Beamte aufgrund ihrer Krankheiten in der GKV pflichtversichert geblieben oder müssten den teuren Basistarif wählen

Was kann ich tun, wenn ich wegen einer chronischen Vorerkrankung nicht in die PKV komme?

Trotz aller Strategien kann es Fälle geben, in denen ein Wechsel in die PKV nicht möglich oder nicht sinnvoll ist. In dieser Situation bleibst du in der gesetzlichen Krankenversicherung – was keinesfalls eine Katastrophe sein muss.

Die gesetzliche Krankenversicherung bietet mehrere Möglichkeiten, deine Versorgung zu optimieren:

Wahltarife der GKV nutzen:

  • Selbstbehalt-Tarife mit Beitragsrabatt gegen eigene Kostenbeteiligung
  • Beitragsrückerstattungs-Tarife bei Leistungsfreiheit (bis zu einem Monatsbeitrag pro Jahr)
  • Bindungsfristen von meist ein bis drei Jahren beachten

Kostenerstattungsprinzip wählen

  • Du bezahlst Rechnungen selbst und reichst sie bei der Kasse ein
  • Theoretisch freie Arzt- und Therapiewahl, auch Privatärzte
  • GKV erstattet nur in Höhe der GKV-Sätze
  • Ein Jahr Bindung an diese Wahl

Zusatzversicherungen abschließen:

  • Krankentagegeld-Zusatz für lange Krankheitsphasen
  • Stationäre Zusatzversicherung für Chefarztbehandlung und Zweibett-/Einbettzimmer
  • Spezielle Therapien wie Heilpraktiker oder Naturheilkunde
  • Pflegezusatzversicherung bei drohender Pflegebedürftigkeit

Tarifoptionen innerhalb der GKV ausnutzen:

  • Bonusprogramme für Vorsorgeuntersuchungen und Sport
  • Disease-Management-Programme (DMP) für Chroniker mit besserer Betreuung
  • Satzungsleistungen wie Osteopathie oder Homöopathie
  • Kassenwechsel bei attraktiveren Leistungen für dein Krankheitsbild

In der GKV bleibt dein Beitrag einkommensbasiert, egal wie teuer deine Behandlung wird. Das ist letztlich ein Solidaritäts-Bonus, den die PKV so nicht kennt. Mit kluger Nutzung der GKV-Möglichkeiten kannst du auch dort Premium-Leistungen erhalten.

Fazit: Mit chronischer Vorerkrankung in die PKV – so maximierst du deine Chancen

Die PKV mit chronischer Vorerkrankung ist möglich, aber an klare Bedingungen geknüpft. Deine Erfolgschancen hängen stark von der Art und Schwere deiner Erkrankung ab:

  • Gut kontrollierte Erkrankungen wie Bluthochdruck oder Asthma führen zu Zuschlägen zwischen 10 und 30 Prozent
  • Schwere chronische Erkrankungen wie Diabetes Typ 1, Rheuma oder MS werden meist abgelehnt
  • Anonyme Risikovoranfrage ist dein wichtigstes Werkzeug, um Versicherer ohne negative Einträge zu testen
  • Risikozuschläge kannst du loswerden nach zwei bis fünf Jahren stabiler Gesundheit mit § 41 VVG
  • Beamte haben durch die Öffnungsaktion garantierte Aufnahme mit maximal 30 Prozent Zuschlag

Wer aktiv an seiner Gesundheit arbeitet, vollständige Unterlagen vorbereitet und strategisch vorgeht, kann trotz chronischer Erkrankung PKV-Schutz erhalten. Die richtige Versichererauswahl macht oft den Unterschied zwischen Ablehnung und Aufnahme oder zwischen 15 und 50 Prozent Zuschlag.

Du hast eine chronische Vorerkrankung und möchtest wissen, ob die PKV für dich realistisch ist? Buche jetzt ein kostenloses Erstgespräch. Wir schauen uns deine konkrete Situation genauer an, führen bei Bedarf eine anonyme Risikovoranfrage durch und finden gemeinsam die beste Lösung für dich – ob in der PKV oder mit optimierten GKV-Optionen.

Über den Autor
Ich bin Daniel Feyler aus dem beschaulichen Lautertal in Oberfranken. Seit 2009 berate ich Menschen in ganz Deutschland zur PKV – meist digital, manchmal persönlich. Was als Interesse an Versicherungsthemen begann, wurde zur Berufung: Menschen durch den PKV-Dschungel zu navigieren. Abseits der Beratung genieße ich die Ruhe hier in Bayern.