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Bild zeigt Daniel Feyler / Geschäftsführer von PKV mit Plan

Daniel Feyler

PKV-Experte

Welche privaten Krankenversicherungen nehmen an der Öffnungsaktion teil?

zuletzt aktualisiert ・ November 19, 2025

An der Öffnungsaktion für Beamte nehmen aktuell etwa 20 bis 25 private Krankenversicherer teil, darunter alle großen Anbieter wie Debeka, Barmenia, DKV, HUK-Coburg, Continentale und Signal Iduna.

Die genaue Anzahl variiert, weil nicht alle Versicherer die Öffnungsaktion kontinuierlich anbieten.

Die Öffnungsaktion ist eine besondere Möglichkeit für Beamte mit Vorerkrankungen, trotzdem in die PKV zu kommen. Normalerweise würden diese Vorerkrankungen zu Risikozuschlägen oder sogar zur Ablehnung führen. Bei der Öffnungsaktion verzichten die Versicherer auf ausgewählte Gesundheitsprüfungen oder behandeln bestimmte Vorerkrankungen kulanter.

Ich bin seit über 15 Jahren PKV-Berater und habe bereits über 1.000 Beamte beim Einstieg in die PKV beraten. Die Öffnungsaktion ist für viele Beamte mit Vorerkrankungen die einzige Chance auf eine vernünftige Krankenversicherung.

Liste der teilnehmenden Versicherer an der Öffnungsaktion

Die folgenden Versicherer nehmen regelmäßig an Öffnungsaktionen teil. Die Bedingungen und Zeiträume variieren von Versicherer zu Versicherer.

  • Debeka (größter Anbieter, sehr liberal)
  • Barmenia (gute Konditionen, faire Prüfung)
  • DKV (ERGO) (umfassende Aktionen)
  • HUK-Coburg (günstig, solide)
  • Continentale (sehr günstig, eingeschränkte Aktionen)
  • Signal Iduna (regelmäßige Aktionen)
  • Allianz (selektiv, nicht immer verfügbar)
  • AXA (gelegentliche Aktionen)
  • ARAG (gute Leistungen)
  • Hallesche (regelmäßige Aktionen)
  • Universa (gelegentlich)
  • Bayerische Beamtenkrankenkasse (BBK) (speziell für Beamte)
  • Inter (gelegentlich)
  • Concordia (hochwertige Tarife)
  • Gothaer (über Barmenia-Gruppe)
  • LVM (regional begrenzt)
  • Münchener Verein (gelegentlich)
  • DEVK (für bestimmte Beamtengruppen)

Nicht alle Versicherer bieten die Öffnungsaktion ständig an.

Manche haben sie nur einmal jährlich, andere mehrmals. Die Debeka bietet die Öffnungsaktion praktisch ganzjährig an, was sie für Beamte mit Vorerkrankungen zur ersten Anlaufstelle macht.

Was bedeutet Öffnungsaktion konkret?

Bei der Öffnungsaktion gelten vereinfachte Gesundheitsprüfungen.

Du musst nur die letzten 3 bis 5 Jahre angeben statt der üblichen 5 bis 10 Jahre. Bestimmte Vorerkrankungen werden nicht abgefragt oder kulanter bewertet. Risikozuschläge fallen oft geringer aus oder entfallen komplett. Leistungsausschlüsse werden restriktiver gehandhabt.

Vor drei Wochen kam ein 38-jähriger Polizeibeamter zu mir, der vor 8 Jahren eine Knie-OP hatte. Bei normaler Gesundheitsprüfung hätte er einen Leistungsausschluss für orthopädische Behandlungen bekommen. Bei der Öffnungsaktion der Debeka wurde die Knie-OP nicht abgefragt, weil sie länger als 5 Jahre zurücklag.

Er bekam einen normalen Tarif ohne Ausschluss.

Wann lohnt sich die Öffnungsaktion?

Die Öffnungsaktion lohnt sich für dich, wenn du Vorerkrankungen hast, die normalerweise zu Risikozuschlägen oder Ablehnungen führen würden. Chronische Erkrankungen wie Diabetes, Bluthochdruck oder Schilddrüsenprobleme hast.

Psychische Erkrankungen wie Depressionen oder Angststörungen in deiner Vorgeschichte sind. Operationen oder längere Behandlungen in den letzten Jahren hattest.

Wenn du vollkommen gesund bist, brauchst du die Öffnungsaktion nicht. Dann bekommst du bei normaler Gesundheitsprüfung bessere Konditionen.

Wichtige Einschränkungen bei der Öffnungsaktion

Die Öffnungsaktion hat auch Nachteile, die du kennen solltest. Oft sind die Tarife teurer als bei normaler Gesundheitsprüfung. Nicht alle Tarife sind verfügbar, manchmal nur Standardtarife. Beihilfeergänzungstarife sind meist ausgeschlossen, du bekommst nur den Haupttarif.

Vor einem Monat hatte ich eine 42-jährige Lehrerin in Beratung, die wegen einer Depression vor 6 Jahren die Öffnungsaktion nutzen musste. Sie bekam bei der Debeka nur den Haupttarif B30, aber nicht den Beihilfeergänzungstarif BC. Das bedeutete für sie höhere Eigenanteile bei Zahnersatz und anderen Leistungen.

Unterschiede zwischen den Versicherern

Nicht alle Versicherer handhaben die Öffnungsaktion gleich. Die Debeka ist am liberalsten, nimmt fast jeden auf, fragt am wenigsten ab. Die Barmenia ist fair in der Prüfung, gute Leistungen trotz Öffnungsaktion. Die DKV ist kulant bei psychischen Vorerkrankungen. Die HUK-Coburg ist günstiger, aber restriktiver bei schweren Vorerkrankungen.

Wie läuft die Antragstellung ab?

Du stellst deinen Antrag während des Aktionszeitraums. Du gibst nur die abgefragten Vorerkrankungen an, nicht mehr. Der Versicherer prüft deinen Antrag beschleunigt, oft innerhalb von 2 bis 4 Wochen. Du bekommst eine Zusage oder Absage, bei Zusage oft ohne Risikozuschlag. Bei Ablehnung kannst du es bei einem anderen Versicherer versuchen.

Fazit: „Wenn du Vorerkrankungen hast, solltest du nicht einfach zur erstbesten Öffnungsaktion greifen.“

Lass einen unabhängigen Makler mehrere Versicherer anfragen. Jeder Versicherer bewertet Vorerkrankungen anders. Was bei der Debeka akzeptiert wird, kann bei der Barmenia abgelehnt werden und umgekehrt.

Letzte Woche hatte ich einen 35-jährigen Verwaltungsbeamten mit Diabetes Typ 1. Die Debeka nahm ihn mit 40 Prozent Risikozuschlag. Die Barmenia nahm ihn mit nur 20 Prozent Risikozuschlag.

Über 40 Dienstjahre spart er dadurch über 15.000 Euro.