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Daniel Feyler

Geschäftsführer & PKV-Experte
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PKV oder Zusatzversicherung: Was ist sinnvoller?

Letzte Woche saß ein 38-jähriger Angestellter bei mir. Gutes Gehalt, über der Versicherungspflichtgrenze, und er wollte endlich bessere Leistungen beim Zahnarzt. Seine Frage: "Soll ich direkt in die PKV wechseln oder reicht eine Zusatzversicherung?"
Inhalt
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Ich kannte die Antwort nicht sofort.

Denn ehrlich gesagt gibt es keine pauschale Lösung, die für jeden passt. Was ich ihm stattdessen gegeben habe, war ein klares Bild seiner Optionen. Nach 45 Minuten Gespräch wusste er genau, welcher Weg für ihn der richtige ist.

Diese Entscheidung betrifft gerade jetzt tausende Menschen in Deutschland. Die GKV-Beiträge steigen, die Leistungen gefühlt nicht. Gleichzeitig lockt die PKV mit schnellen Terminen und besserer Versorgung.

Aber ist ein kompletter Wechsel wirklich nötig, oder tut es auch eine Zusatzversicherung?

Was ist der Unterschied zwischen einer PKV und einer Zusatzversicherung?

Der Unterschied ist grundlegender, als viele denken. Die PKV ersetzt deine gesetzliche Krankenversicherung komplett. Du kündigst bei deiner Krankenkasse und bist ab dann privat versichert. Jede Arztrechnung geht an dich, du reichst sie bei deiner PKV ein und bekommst das Geld erstattet.

Eine Zusatzversicherung funktioniert anders: Du bleibst gesetzlich versichert und schließt zusätzlich eine private Police ab, die bestimmte Lücken der GKV schließt. Beim Arzt zeigst du weiterhin deine Gesundheitskarte, die Zusatzversicherung greift nur bei Leistungen, die die GKV nicht oder nicht vollständig zahlt.

Ein Beispiel macht es deutlich: Du brauchst ein Implantat beim Zahnarzt für 2.500 Euro. Die GKV zahlt vielleicht 400 Euro Festzuschuss. Mit einer Zahnzusatzversicherung bekommst du weitere 1.600 Euro erstattet, sodass du nur noch 500 Euro selbst zahlst. In der PKV würde der komplette Betrag je nach Tarif zu 80 bis 100 Prozent erstattet werden.

Der entscheidende Punkt: Bei der PKV verlässt du das gesetzliche System komplett. Bei der Zusatzversicherung bleibst du drin und kaufst dir nur einzelne Extras dazu.

Für wen lohnt sich die Private Krankenversicherung?

Die PKV lohnt sich vor allem für Menschen, die drei Bedingungen erfüllen. Erstens müssen sie überhaupt wechseln dürfen.

Als Angestellter brauchst du erstens in 2026 ein Bruttoeinkommen von mindestens 77.400 Euro im Jahr (Versicherungspflichtgrenze). Das sind 6.450 Euro monatlich, und du musst diese Grenze die letzten zwölf Monate durchgehend überschritten haben.

Selbstständige und Freiberufler dürfen unabhängig vom Einkommen in die PKV wechseln. Für Beamte ist die PKV fast immer die beste Wahl, weil der Dienstherr über die Beihilfe einen Großteil der Kosten übernimmt.

Zweitens solltest du jung und gesund sein. Je früher du in die PKV gehst, desto günstiger der Einstiegsbeitrag und desto länger baust du Alterungsrückstellungen auf. Ein 30-Jähriger zahlt für einen sehr guten Tarif etwa 500 bis 600 Euro monatlich. Ein 45-Jähriger mit gleichem Tarif liegt bei 700 bis 800 Euro. Der Unterschied kommt durch das höhere Eintrittsalter und die kürzere Zeit zum Ansparen von Rückstellungen.

Bei Vorerkrankungen wird es schwierig. Die PKV prüft jeden Antrag genau, und selbst kleinere Diagnosen können zu Risikozuschlägen oder Leistungsausschlüssen führen. Wenn du chronisch krank bist, kann die PKV dich sogar komplett ablehnen oder so hohe Zuschläge verlangen, dass der Beitrag unbezahlbar wird.

Drittens musst du langfristig denken können. Die PKV ist keine Sparoption für ein paar Jahre, sondern eine Entscheidung fürs Leben. Zurück in die GKV kommst du nur unter sehr engen Bedingungen, und ab 55 Jahren macht der Gesetzgeber die Tür praktisch komplett zu.

Wer profitiert am meisten von der PKV?

Besonders attraktiv ist die PKV für Singles oder kinderlose Paare mit hohem Einkommen.

In der GKV zahlst du als Gutverdiener 2026 rund 1.300 Euro monatlich inklusive Pflegeversicherung. Als Angestellter trägt dein Arbeitgeber etwa die Hälfte, sodass du selbst circa 640 Euro zahlst.

Ein 35-jähriger Single mit 80.000 Euro Jahresgehalt zahlt in einem sehr guten PKV-Tarif etwa 550 Euro monatlich. Abzüglich Arbeitgeberzuschuss von rund 300 Euro bleiben 250 Euro Eigenanteil. Du sparst also 390 Euro pro Monat und bekommst deutlich bessere Leistungen.

Für Selbstständige ist die Rechnung noch eindeutiger. Sie zahlen in der GKV den vollen Beitrag alleine, also über 1.200 Euro monatlich bei höherem Einkommen. Eine PKV kostet sie je nach Alter zwischen 400 und 800 Euro. Die Ersparnis liegt bei mehreren hundert Euro im Monat.

Aber Vorsicht bei Familienplanung. Sobald Kinder ins Spiel kommen, dreht sich die Rechnung oft komplett um. In der GKV sind Kinder über die Familienversicherung kostenfrei mitversichert. In der PKV zahlt jedes Familienmitglied seinen eigenen Beitrag, bei Kindern etwa 110 bis 150 Euro monatlich pro Kind.

Wann ist eine Zusatzversicherung die bessere Wahl?

Eine Zusatzversicherung macht vor allem dann Sinn, wenn du in der GKV bleiben musst oder willst, aber bestimmte Leistungen aufwerten möchtest. Das betrifft mehrere Gruppen.

Erstens alle Angestellten, die unter der Versicherungspflichtgrenze von 77.400 Euro verdienen. Sie müssen gesetzlich versichert bleiben und können nur über Zusatzpolicen bessere Leistungen bekommen.

Zweitens Familien mit Kindern: Selbst wenn du über der Grenze verdienst, kann die GKV mit Zusatzversicherung günstiger sein als eine komplette Familienversicherung in der PKV.

Ein Beispiel: Ein Angestellter mit 95.000 Euro Gehalt, nicht berufstätiger Ehefrau und zwei Kindern zahlt in der GKV maximal etwa 640 Euro Eigenanteil. Die ganze Familie ist abgesichert.

In der PKV würden Kosten von etwa 800 Euro für den Mann, 400 Euro für die Ehefrau und je 150 Euro für zwei Kinder anfallen. Das sind zusammen 1.500 Euro monatlich, abzüglich des Arbeitgeberzuschusses von 600 Euro bleiben 900 Euro Eigenanteil. Selbst mit guten Zusatzversicherungen für 100 Euro pro Monat liegt die GKV-Familie bei 740 Euro und damit deutlich günstiger.

Drittens Menschen, die sich die Flexibilität bewahren wollen. Wer unsicher ist, wie sich Einkommen oder Familiensituation entwickeln, fährt mit der GKV plus Zusatz sicherer. Du kannst Zusatzversicherungen relativ problemlos kündigen, wenn du sie nicht mehr brauchst oder dir nicht mehr leisten kannst. Aus der PKV kommst du dagegen nur schwer wieder raus.

Viertens ältere oder vorerkrankte Menschen. Ab etwa 45 Jahren wird der PKV-Einstieg deutlich teurer, und bei Vorerkrankungen können massive Risikozuschläge anfallen. In so einem Fall bleibst du besser gesetzlich versichert und schließt gezielt Zusatzpolicen ab.

Stationär, Zahn oder Ambulant: Welche Arten von Zusatzversicherungen gibt es?

Zusatzversicherungen gibt es für praktisch jeden Bereich. Die drei wichtigsten sind stationäre Zusatzversicherungen, Zahnzusatzversicherungen und ambulante Zusatzversicherungen.

ZusatzversicherungWas wird abgedeckt?Kosten pro Monat
Stationäre ZusatzversicherungEin- oder Zweibettzimmer, Chefarztbehandlung, freie Krankenhauswahl25–50 €
ZahnzusatzversicherungImplantate, Kronen, Brücken, Inlays, professionelle Zahnreinigung (80–100 % Erstattung)25–45 €
Ambulante ZusatzversicherungHeilpraktiker, Sehhilfen, Osteopathie, erweiterte Vorsorge30–50 €

Stationäre Zusatzversicherung

Mit einer Krankenhauszusatzversicherung wirst du im Krankenhaus zum Privatpatienten, obwohl du gesetzlich versichert bist. Die Police übernimmt die Kosten für Ein- oder Zweibettzimmer und Chefarztbehandlung. Du kannst dir das Krankenhaus und den Spezialisten aussuchen, statt den diensthabenden Arzt nehmen zu müssen.

Wichtig ist, bis zu welchem Satz der Gebührenordnung die Arzthonorare übernommen werden. Gute Tarife zahlen mindestens bis zum 3,5-fachen Satz, manche sogar unbegrenzt. Die Kosten liegen je nach Alter zwischen 20 und 50 Euro monatlich.

Diese Versicherung lohnt sich für alle, die im Krankenhaus Wert auf Komfort und Top-Ärzte legen, aber nicht komplett in die PKV wechseln möchten.

Zahnzusatzversicherung

Die gesetzliche Kasse zahlt beim Zahnersatz meist nur den befundorientierten Festzuschuss, etwa 60 bis 75 Prozent der Regelversorgung. Bei einem Implantat für 2.500 Euro bleiben schnell 2.000 Euro oder mehr an Eigenanteil übrig.

Eine Zahnzusatzversicherung springt ein und übernimmt je nach Tarif weitere 20 bis 40 Prozent der Kosten, teils bis zu 100 Prozent des Rechnungsbetrags. So kannst du dir hochwertigere Versorgungen leisten, ohne ein Vermögen aus eigener Tasche zu zahlen.

Achte auf jährliche Höchsterstattungen in den ersten Vertragsjahren. Viele Tarife haben Staffelungen, zum Beispiel maximal 1.000 Euro im ersten Jahr, 2.000 Euro in den ersten zwei Jahren und so weiter. Ein guter Tarif deckt Implantate, Brücken, Prothesen und Inlays großzügig ab.

Die Kosten liegen je nach Alter zwischen 20 und 40 Euro monatlich. Für viele GKV-Mitglieder ist dies die erste Zusatzversicherung, weil Zahnbehandlungen sehr teuer werden können und die GKV hier am wenigsten zahlt.

Ambulante Zusatzversicherung

Diese Police ist breiter gefasst. Sie übernimmt Kosten für Leistungen, die die GKV nicht oder kaum zahlt. Dazu zählen Heilpraktiker-Behandlungen, osteopathische Verfahren, hochwertige Sehhilfen über den GKV-Zuschuss hinaus oder bestimmte Vorsorgeuntersuchungen.

Allerdings sind ambulante Zusatztarife oft relativ teuer im Verhältnis zum Nutzen. Du solltest genau prüfen, ob du die enthaltenen Leistungen wirklich brauchst. Manche Kassenpatienten wählen stattdessen für einzelne Bereiche günstigere Lösungen oder zahlen kleinere Posten wie Sehhilfen einfach selbst.

Die ambulante Zusatzversicherung lohnt vor allem, wenn du umfangreich alternative Medizin nutzen möchtest oder bei Spezialisten stets die beste Behandlung bekommen willst.

Letzte Woche saß ein 38-jähriger IT-Berater bei mir und wollte wissen, was ihn die PKV langfristig kostet. Nicht die schönen Zahlen aus der Werbebroschüre, sondern die Realität. Wir haben zwei Stunden gerechnet, verschiedene Szenarien durchgespielt, und am Ende hatte er Klarheit.

Genau diese Klarheit gebe ich dir jetzt. Mit echten Zahlen für 2026, damit du weißt, worauf du dich einlässt.

Was kostet die Private Krankenversicherung?

Die PKV-Beiträge hängen von drei Faktoren ab: deinem Eintrittsalter, deinem Gesundheitszustand und dem gewählten Leistungsumfang.

AlterPKV-Beitrag gesamtArbeitgeberzuschussDein Eigenanteil
30 Jahre500–600 €ca. 300 €200–300 €
35 Jahre550–650 €ca. 300 €250–350 €
45 Jahre700–800 €ca. 350 €400–500 €
55 Jahre900–1.000 €ca. 450 €600–700 €

Diese Zahlen gelten für gesunde Menschen ohne Vorerkrankungen. Bei Risikozuschlägen können die Beiträge deutlich höher liegen. Ich hatte vor zwei Monaten einen 42-Jährigen mit erhöhtem Blutdruck in der Beratung. Sein Zuschlag lag bei 15 Prozent, also 90 Euro zusätzlich zum normalen Beitrag.

Für Selbstständige entfällt der Arbeitgeberzuschuss komplett. Du zahlst den vollen Betrag alleine. Ein 35-jähriger Selbstständiger mit gutem Tarif liegt bei 550 bis 650 Euro monatlich, die er vollständig selbst trägt.

Wie teuer ist die PKV für Familien?

Jedes Familienmitglied braucht einen eigenen Vertrag. Hier wird die PKV schnell zum Kostenfaktor.

FamilienmitgliedMonatlicher Beitrag
Mann (42 Jahre)750 €
Ehefrau (38 Jahre)450 €
Kind 1130 €
Kind 2130 €
Gesamt Familie1.460 €
abzgl. Arbeitgeberzuschuss–601,60 €
Eigenanteil Familie858,40 €

Bei zwei Kindern kommst du schnell auf Gesamtkosten von über 1.400 Euro für die Familie. Nach Abzug des Arbeitgeberzuschusses bleiben über 850 Euro Eigenanteil. Das ist deutlich mehr als in der GKV mit Familienversicherung.

Was kostet die GKV mit Zusatzversicherungen?

In der GKV zahlst du als Gutverdiener 2026 maximal 1.279 Euro monatlich ohne Kinder. Das ist der Gesamtbeitrag inklusive Pflegeversicherung. Dein Arbeitgeber übernimmt etwa die Hälfte, maximal 601,60 Euro.

Dein Eigenanteil liegt bei rund 640 Euro pro Monat. Das gilt für jeden, der über der Beitragsbemessungsgrenze von 69.750 Euro jährlich verdient. Egal ob du 70.000 Euro oder 200.000 Euro verdienst, mehr als 640 Euro zahlst du nicht.

Verdienst du weniger, zahlst du proportional weniger. Bei 50.000 Euro Jahreseinkommen liegt dein Eigenanteil bei etwa 415 Euro monatlich.

Was kosten Zusatzversicherungen?

Jetzt kommen die Zusatzversicherungen dazu. Je nachdem, welche Bereiche du aufwerten willst, variieren die Kosten.

ZusatzversicherungMonatlicher Beitrag (je nach Alter)
Zahnzusatz (sehr gut)25–45 €
Stationäre Zusatz (Chefarzt + Einzelzimmer)25–50 €
Ambulante Zusatz (Heilpraktiker, Sehhilfen)30–50 €
Alle drei zusammen80–145 €

Mit dem GKV-Eigenanteil von 640 Euro kommst du auf insgesamt 720 bis 785 Euro monatlich. Du bekommst damit deutlich bessere Leistungen als in der Standard-GKV, bleibst aber im sicheren System.

GKV mit Familienversicherung ist unschlagbar günstig

Für Familien ist die GKV ein riesiger Vorteil. Deine Kinder und ein nicht berufstätiger Partner sind über die Familienversicherung kostenfrei mitversichert.

PositionKosten
GKV-Eigenanteil (Hauptverdiener)640 €
Kinder (kostenfrei mitversichert)0 €
Partner (kostenfrei mitversichert)0 €
Zusatzversicherungen Familie100 €
Gesamt Familie740 €

Du zahlst den gleichen Beitrag wie als Single, aber die ganze Familie ist abgesichert. Selbst mit Zusatzversicherungen für die ganze Familie für insgesamt 100 Euro liegt die Familie bei nur 740 Euro monatlich.

Wie entwickeln sich die Beiträge im Alter?

Das ist die Frage, die mir in fast jedem Beratungsgespräch gestellt wird. Die Antwort überrascht viele, weil die Realität besser ist als ihr Ruf.

PKV im Alter: Alterungsrückstellungen wirken

Die PKV hat einen eingebauten Mechanismus gegen explodierende Beiträge: Alterungsrückstellungen. Zwischen 22 und 61 Jahren zahlst du einen gesetzlichen Zuschlag von 10 Prozent auf deinen Beitrag. Dieses Geld wird ausschließlich dafür verwendet, deinen Beitrag im Alter stabil zu halten.

Ab 65 Jahren wird das angesparte Geld eingesetzt, um Beitragssteigerungen auszugleichen. Statistiken des PKV-Verbands zeigen, dass der durchschnittliche PKV-Beitrag 2024 bei 559 Euro monatlich lag. Das gilt über alle Altersgruppen hinweg, auch für Menschen über 65 Jahren lag der Durchschnitt deutlich unter 650 Euro.

Ein Beispiel: Ein heute 35-Jähriger zahlt 600 Euro monatlich für seinen PKV-Tarif. Mit 65 Jahren könnte dieser Beitrag nach mehreren moderaten Erhöhungen bei etwa 750 bis 800 Euro liegen. Dank der Altersrückstellungen steigt er nicht auf 1.300 Euro oder mehr.

In den letzten 20 Jahren stiegen PKV-Beiträge im Schnitt um 2,8 Prozent jährlich. Das ist moderat und planbar. Aber Vorsicht vor Billigtarifen. Einige Tarife ohne solide Alterungsrückstellungen steigen seit über 10 Jahren mit 7 Prozent pro Jahr. Der Beitrag hat sich dann bereits nach gut 10 Jahren verdoppelt.

Aktuell sind über 345 Milliarden Euro an Alterungsrückstellungen angespart. Das reicht bereits, um für die nächsten neun Jahre alle Ausgaben zu decken. Diese Rückstellungen sind rechtlich geschützt und gehören dir.

Nur 2,3 Prozent der Privatversicherten zahlten 2024 mehr als den GKV-Höchstbeitrag. Über 1.000 Euro Monatsbeitrag waren es nur 0,17 Prozent. Die Horrorgeschichten von unbezahlbaren PKV-Beiträgen im Alter sind die absolute Ausnahme, nicht die Regel.

GKV im Alter: Beitrag richtet sich nach der Rente

In der GKV zahlst du als Rentner Beiträge auf deine gesetzliche Rente und eventuelle Betriebsrenten oder Mieteinnahmen. Der Beitragssatz liegt bei etwa 14,6 Prozent plus Zusatzbeitrag deiner Kasse, insgesamt circa 16 Prozent.

Monatliche RenteGKV-Beitrag als Rentner
2.000 €ca. 220 €
3.000 €ca. 330 €
3.500 €ca. 385 €
4.000 €ca. 440 €

Bei niedriger Rente kann die GKV im Alter deutlich günstiger sein als die PKV. Bei hoher Rente profitierst du in der PKV davon, dass dein Beitrag nicht mit der Rente mitwächst.

In den letzten 20 Jahren stiegen GKV-Höchstbeiträge um 3,2 Prozent jährlich, also etwas stärker als PKV-Beiträge. 2023 lag der Höchstbeitrag noch bei etwa 1.212 Euro, 2026 schon bei 1.279 Euro. Die Tendenz zeigt klar nach oben.

Die große Frage ist also: Wie hoch wird deine Rente sein? Wenn du mit einer niedrigen Rente rechnest, kann die GKV im Alter günstiger sein. Rechnest du mit einer hohen Rente oder zusätzlichen Einkünften aus Betriebsrenten oder Vermietung, kann die PKV mit ihrem stabilen Beitrag vorteilhafter sein.

PKV oder Zusatzversicherung: Vor- und Nachteile

Vor drei Wochen fragte mich ein Kunde, warum ich nicht einfach sagen könne, was besser ist. Meine Antwort: Weil es darauf ankommt, was dir wichtiger ist. Sicherheit oder Leistung? Flexibilität oder Planbarkeit? Familie oder Single-Leben?

Private Krankenversicherung: Vor- und Nachteile

Du bekommst individuelle Spitzenleistungen nach deinen Wünschen.

Beim Vertragsabschluss stellst du dir dein Leistungspaket zusammen und behältst diese Leistungen lebenslang. Freie Arztwahl, Chefarztbehandlung im Krankenhaus, Ein- oder Zweibettzimmer, hochwertige Zahnversorgung mit bis zu 100 Prozent Erstattung bei Implantaten, alternative Heilmethoden, erweiterte Vorsorgeuntersuchungen.

Als Privatpatient bekommst du Termine beim Facharzt innerhalb von drei bis sieben Tagen, während GKV-Versicherte oft 12 Wochen warten. Du brauchst meist keine Überweisung und wirst in vielen Praxen bevorzugt behandelt. Das liegt daran, dass Ärzte für Privatpatienten höhere Honorare abrechnen können.

Dein Beitrag richtet sich nach Alter, Gesundheitszustand und Leistungsumfang, nicht nach deinem Gehalt. Als Gutverdiener sparst du oft mehrere hundert Euro monatlich gegenüber dem GKV-Höchstbeitrag. Ein 35-jähriger Single mit 80.000 Euro Jahresgehalt spart etwa 300 Euro pro Monat. Zwischen 22 und 61 Jahren zahlst du einen gesetzlichen Zuschlag von 10 Prozent, der direkt in deine persönliche Altersrückstellung fließt. Aktuell sind über 345 Milliarden Euro angespart.

Aber die Rückkehr in die GKV ist extrem schwierig. Als Angestellter müsstest du wieder unter die Versicherungspflichtgrenze von 77.400 Euro fallen, also dein Gehalt reduzieren. Ab 55 Jahren macht der Gesetzgeber die Tür praktisch komplett zu. Ich hatte letztes Jahr einen 58-Jährigen in der Beratung, der zurück in die GKV wollte. Seine Chancen waren null.

Es gibt keine Familienversicherung. Dein Partner und deine Kinder brauchen jeweils einen eigenen Vertrag. Ein Kind kostet 110 bis 150 Euro monatlich, bei zwei Kindern sind das schnell 240 bis 300 Euro zusätzlich. Eine Familie mit zwei Kindern zahlt in der PKV über 850 Euro Eigenanteil, während die GKV-Familie bei 740 Euro liegt.

Vor Vertragsabschluss prüft die PKV deinen Gesundheitszustand genau. Vorerkrankungen können zu Risikozuschlägen von 15 bis 50 Prozent führen oder zu Leistungsausschlüssen für bestimmte Bereiche. Bei schweren Erkrankungen kann die PKV dich komplett ablehnen. Der Arzt rechnet direkt mit dir ab, nicht mit der Versicherung. Du zahlst die Rechnung erst selbst und reichst sie dann zur Erstattung ein. Bei größeren Operationen können das 5.000 bis 10.000 Euro sein, die du auslegen musst.

Vorteile einer PKVNachteile einer PKV
Individuelle Spitzenleistungen nach WunschRückkehr in GKV extrem schwierig, ab 55 unmöglich
Termine beim Facharzt in 3–7 TagenJedes Familienmitglied zahlt eigenen Beitrag
Beitrag unabhängig vom EinkommenGesundheitsprüfung mit möglichen Risikozuschlägen
Alterungsrückstellungen für stabile Beiträge im AlterVorleistung bei Arztrechnungen nötig
Vertraglich garantierte Leistungen lebenslangBindung an Versicherer, Wechsel nachteilig
Ersparnis für Gutverdiener (300 €+ pro Monat)Bei Arbeitslosigkeit voller Beitrag weiter fällig

Zusatzversicherungen: Vor- und Nachteile

Du bleibst im Solidarsystem mit all seinen sozialen Absicherungen.

Bei Arbeitslosigkeit zahlt das Arbeitsamt deinen Beitrag, in Elternzeit reduziert er sich automatisch, als Rentner kommst du in die Krankenversicherung der Rentner mit günstigen Konditionen. Diese Absicherung greift in allen Lebenslagen und gibt dir finanzielle Sicherheit, egal was passiert.

Deine Kinder und ein nicht berufstätiger Partner sind weiterhin kostenfrei mitversichert. Eine Familie mit drei Kindern würde in der PKV für die Kinder alleine 330 bis 450 Euro monatlich zahlen. In der GKV ist das im normalen Beitrag enthalten. Das ist gerade für Familien unbezahlbar wertvoll.

Du wählst genau die Leistungen aus, die dir wichtig sind. Brauchst du nur besseren Zahnersatz, schließt du nur eine Zahnzusatz für 30 Euro ab. Willst du auch Chefarztbehandlung, kommt eine Krankenhauszusatz für 40 Euro dazu.

Du zahlst nur für das, was du wirklich nutzt. Wenn sich deine finanzielle Situation ändert, kannst du Zusatzversicherungen mit drei Monaten Frist zum Jahresende kündigen. Du bist nicht lebenslang gebunden und behältst die GKV-Grundversorgung.

Die GKV hat versagt. Du verdienst Top-Medizin zu stabilen Beiträgen.

Aber du bekommst nur in den versicherten Bereichen besseren Schutz. Beim Orthopäden wartest du als Kassenpatient trotzdem 12 Wochen auf einen Termin, auch wenn du eine Zahnzusatz und Krankenhauszusatz hast. In der PKV hättest du überall bevorzugten Zugang und würdest innerhalb von Tagen einen Termin bekommen.

Zusatzversicherungen prüfen ebenfalls Gesundheitsfragen. Bei Vorerkrankungen können Zuschläge, Ausschlüsse oder Ablehnungen drohen, ähnlich wie in der PKV. Der einzige Vorteil ist, dass du zumindest in der GKV grundversichert bleibst.

Eine sehr gute Zahnzusatz kostet 35 Euro, eine Krankenhauszusatz 40 Euro, eine ambulante Zusatz 45 Euro. Zusammen sind das 120 Euro monatlich zusätzlich zum GKV-Beitrag von 640 Euro, macht 760 Euro insgesamt. Damit kommst du in einen ähnlichen Bereich wie eine gute PKV für jemanden Mitte 40. Der GKV-Beitrag deckt bereits eine Grundversorgung ab, die du mit Zusatzversicherungen nur aufwertest. In der PKV zahlst du nur einen Beitrag für alle Leistungen.

Viele Zusatzversicherungen haben Wartezeiten von drei bis acht Monaten, in denen du noch keine Leistungen bekommst. Bei Zahnzusatzversicherungen gibt es oft Staffelungen, zum Beispiel maximal 1.000 Euro Erstattung im ersten Jahr, 2.000 Euro in den ersten zwei Jahren. Du kannst also nicht sofort die vollen Leistungen nutzen.

Vorteile einer ZusatzversicherungNachteile einer Zusatzversicherung
Soziale Absicherung der GKV bleibt erhaltenLeistungen nur in versicherten Bereichen
Familienversicherung kostenfreiGesundheitsprüfung auch hier erforderlich
Flexible Auswahl einzelner BereicheKosten summieren sich auf 720–785 € gesamt
Relativ einfach kündbar (3 Monate Frist)Doppelte Zahlung (GKV + Zusatzversicherung)
Späterer Wechsel in PKV möglichWartezeiten von 3–8 Monaten
Planbare Kosten durch GKV-HöchstbeitragKein bevorzugter Zugang zu Fachärzten

Fazit: „Die beste Versicherung ist die, die zu deinem Leben passt, nicht die mit dem schönsten Prospekt“

Ich möchte ehrlich mit dir sein. Nach über 15 Jahren in dieser Branche habe ich beide Extreme gesehen. Menschen, die in der PKV glücklich sind und nie zurückwollen. Und Menschen, die bitter bereuen, gewechselt zu haben.

Der Unterschied lag fast nie am Produkt selbst, sondern daran, ob die Entscheidung zur Lebenssituation passte.

Wenn ich heute vor dieser Entscheidung stünde, würde ich mir drei Fragen stellen. Erstens: Kann ich mir die PKV auch dann noch leisten, wenn mein Einkommen sinkt oder die Familie wächst? Zweitens: Bin ich bereit, die Verantwortung selbst zu tragen und im System zu bleiben, auch wenn es mal schwierig wird? Drittens: Brauche ich die besseren Leistungen wirklich, oder reicht die GKV mit gezielten Extras?

Die Wahrheit ist: Für einen 30-jährigen Single mit 90.000 Euro Jahresgehalt und stabilem Job ist die PKV oft die klügere Wahl. Für eine Familie mit drei Kindern und einem Hauptverdiener ist die GKV mit Zusatzversicherung meist günstiger und flexibler.

Was ich dir mit auf den Weg geben möchte: Lass dich nicht von günstigen Einstiegstarifen oder schönen Versprechen blenden. Schau auf deine nächsten 20 bis 30 Jahre, nicht nur auf das nächste Jahr. Und hol dir unabhängigen Rat, bevor du eine Entscheidung triffst, die du später nur schwer rückgängig machen kannst.

Diese Entscheidung ist zu wichtig, um sie übers Knie zu brechen. Nimm dir die Zeit, rechne durch und sei ehrlich zu dir selbst. Dann findest du den Weg, der wirklich zu dir passt.

Über den Autor
Ich bin Daniel Feyler aus dem beschaulichen Lautertal in Oberfranken. Seit 2009 berate ich Menschen in ganz Deutschland zur PKV – meist digital, manchmal persönlich. Was als Interesse an Versicherungsthemen begann, wurde zur Berufung: Menschen durch den PKV-Dschungel zu navigieren. Abseits der Beratung genieße ich die Ruhe hier in Bayern.