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Daniel Feyler

Geschäftsführer & PKV-Experte
INHALT

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Wann sollte man spätestens in die PKV wechseln?

Die Frage nach dem richtigen Zeitpunkt für den Wechsel in die private Krankenversicherung beschäftigt viele Menschen, sobald ihr Einkommen steigt oder sich ihre berufliche Situation ändert. Und Hand auf's Herz: Die Antwort ist komplexer als die meisten denken.
Inhalt
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Viele stellen sich das so vor: Man verdient gut, überschreitet irgendwann eine Grenze, und schwupps, kann man in die PKV wechseln. So einfach ist’s leider nicht. Der Zeitpunkt für einen PKV-Wechsel hängt von so vielen Faktoren ab, dass pauschale Aussagen fast immer zu kurz greifen.

Dein Alter spielt eine Rolle, deine Gesundheit sowieso, deine berufliche Situation natürlich, und auch deine langfristige Lebensplanung solltest du nicht außer Acht lassen.

Die unbequeme Wahrheit ist, dass es tatsächlich einen Zeitpunkt gibt, ab dem ein Wechsel in die PKV nicht mehr sinnvoll ist. Wer zu spät wechselt, zahlt entweder deutlich mehr als nötig oder sollte den Wechsel lieber gleich bleiben lassen.

Welche Voraussetzungen gibt es für die PKV?

Bevor wir über den richtigen Zeitpunkt sprechen, müssen wir klären, ob du überhaupt die Voraussetzungen für einen Wechsel mitbringst. Denn nicht jeder in Deutschland kann sich einfach privat versichern, auch wenn er das Geld dafür hätte.

In Deutschland gilt die Krankenversicherungspflicht. Jeder muss versichert sein, keine Ausnahmen. Die Frage ist nur, wo du diese Pflicht erfüllst – in der gesetzlichen oder in der privaten Krankenversicherung. Und genau da wird’s interessant, denn der Zugang zur PKV ist an bestimmte Bedingungen geknüpft.

Wie ist deine berufliche Situation?

Ob du in die PKV darfst, hängt zunächst von deinem beruflichen Status ab.

Bist du angestellt, selbstständig oder verbeamtet? Diese Frage ist entscheidend, denn jede Gruppe hat unterschiedliche Zugangsbedingungen.

BerufsgruppeZugangsvoraussetzungEinkommensgrenzeBesonderheiten
AngestellteÜberschreiten der Jahresarbeitsentgeltgrenze77.400 € brutto/Jahr (2025)Versicherungsfreiheit tritt zum Jahresende ein
SelbstständigeKeine besonderen VoraussetzungenKeine EinkommensgrenzeKönnen jederzeit wechseln, unabhängig vom Einkommen
BeamteBeginn des BeamtenverhältnissesKeine EinkommensgrenzeBeihilfe macht PKV besonders attraktiv
FreiberuflerAufnahme freiberuflicher TätigkeitKeine EinkommensgrenzeWie Selbstständige – Wechsel jederzeit möglich

Als Angestellter musst du eine bestimmte Einkommensgrenze überschreiten, die sogenannte Jahresarbeitsentgeltgrenze (JAEG).

2026 liegt diese bei 77.400 Euro brutto jährlich, das sind 6.450 Euro monatlich. Erst wenn dein regelmäßiges Einkommen die JAEG übersteigt, bist du nicht mehr verpflichtet, in der gesetzlichen Krankenversicherung zu bleiben.

Die Versicherungsfreiheit tritt dann zum Jahresende ein, und du kannst dich für die PKV entscheiden.

Selbstständige und Freiberufler haben es da einfacher. Sie können jederzeit in die PKV wechseln, unabhängig von ihrem Einkommen. Es gibt für sie keine Einkommensgrenze wie bei Angestellten. Allerdings bedeutet „können“ nicht automatisch „sollten“ – dazu gleich mehr.

Beamte und Beamtenanwärter genießen von Anfang an die freie Wahl zwischen GKV und PKV. Für sie gilt keine Einkommensgrenze, und sie können sich bereits zu Beginn ihrer Beamtenlaufbahn privat versichern. Das macht für die meisten Beamten auch Sinn, weil der Dienstherr durch die Beihilfe einen Großteil der Krankheitskosten übernimmt.

Bist du gesund oder hast du Vorerkrankungen?

Dein Beruf und dein Einkommen öffnen dir vielleicht die Tür zur PKV, aber deine Gesundheit entscheidet darüber, ob du auch hindurch kommst. Anders als die gesetzliche Krankenversicherung, die jeden aufnehmen muss, betreibt die PKV eine Gesundheitsprüfung bei jedem Antrag.

Du musst Angaben zu deinen Vorerkrankungen, laufenden Behandlungen und Medikamenten machen. Die Versicherer fragen meist nach den letzten fünf bis zehn Jahren deiner Krankengeschichte. Diese Angaben musst du wahrheitsgemäß machen, sonst riskierst du später den Verlust deines Versicherungsschutzes.

Das Ergebnis dieser Prüfung kann unterschiedlich ausfallen. Im besten Fall bekommst du Standardkonditionen ohne Aufschläge. Bei Vorerkrankungen kann die PKV einen Risikozuschlag verlangen, bestimmte Leiden vom Versicherungsschutz ausschließen oder deinen Antrag komplett ablehnen.

Typische Vorerkrankungen, die zu Problemen führen können, sind Bluthochdruck, Diabetes, Herz-Kreislauf-Probleme, Asthma, chronische Rückenleiden oder psychische Erkrankungen. Je älter du wirst, desto wahrscheinlicher ist es, dass du die eine oder andere Diagnose gesammelt hast.

Kannst du dir die steigenden PKV-Beiträge auch im Alter leisten?

Die PKV zu bekommen ist das eine, sie dir langfristig leisten zu können das andere.

Dein Beitrag in der PKV richtet sich nicht nach deinem Einkommen, sondern nach deinem Alter bei Eintritt, deinem Gesundheitszustand und dem gewählten Leistungsumfang. Dieser Beitrag bleibt auch dann gleich, wenn dein Einkommen sinkt.

Du musst dir also nicht nur heute den Beitrag leisten können, sondern auch in zehn, zwanzig oder dreißig Jahren. Dazu kommen Beitragserhöhungen, die in der PKV regelmäßig vorkommen. Wer heute 400 Euro zahlt, kann in 20 Jahren durchaus 800 Euro oder mehr zahlen.

Die GKV hat versagt. Du verdienst Top-Medizin zu stabilen Beiträgen.

Eine ehrliche Selbsteinschätzung ist da unverzichtbar. Kannst du dir die Beiträge auch dann noch leisten, wenn du mal weniger verdienst? Was ist, wenn du arbeitslos wirst, krank wirst oder in Elternzeit gehst? All diese Szenarien musst du durchdenken, bevor du dich für die PKV entscheidest.

PKV vs. GKV: Wer kann von der GKV in die PKV wechseln?

Die Frage nach dem Wechsel von der GKV in die PKV stellt sich für unterschiedliche Personengruppen ganz verschieden. Schauen wir uns die wichtigsten Gruppen einzeln an, denn die Unterschiede sind erheblich.

Können Beamte jederzeit in die PKV wechseln?

Beamte haben es beim Thema PKV deutlich einfacher als alle anderen Berufsgruppen. Sie können von Anfang an zwischen gesetzlicher und privater Krankenversicherung wählen, ohne dass ihr Einkommen eine Rolle spielt. Es gibt keine Wartezeit, keine Einkommensgrenze, keine bürokratischen Hürden.

Der Grund für diese Sonderstellung liegt in der Beihilfe. Der Dienstherr übernimmt je nach Bundesland und Familienstand zwischen 50 und 80 Prozent der Krankheitskosten. Ein Beamter muss also nur die Restkosten privat versichern, was die PKV-Beiträge dramatisch senkt. Durchschnittlich zahlen Beamte rund 270 Euro monatlich für ihre private Krankenversicherung, oft sogar deutlich weniger.

Würde ein Beamter in der GKV bleiben, müsste er den vollen Beitrag praktisch allein tragen, weil der Arbeitgeberanteil entfällt. Einige wenige Bundesländer bieten mittlerweile eine pauschale Beihilfe zur GKV an, aber das ist noch die große Ausnahme.

Die Öffnungsaktion macht’s Beamten noch einfacher

Für Beamte mit Vorerkrankungen gibt es eine besondere Regelung, die sogenannte Öffnungsaktion. Innerhalb von sechs Monaten nach der Verbeamtung nehmen viele PKV-Gesellschaften auch Menschen mit gesundheitlichen Problemen auf. Die Versicherer dürfen zwar Risikozuschläge verlangen, aber die Höhe ist gedeckelt.

Eine komplette Ablehnung ist in dieser Zeit praktisch ausgeschlossen.

Das bedeutet konkret: Selbst wenn du als Beamter chronische Erkrankungen wie Diabetes, Bluthochdruck oder Rückenprobleme hast, kannst du in den ersten sechs Monaten in die PKV wechseln. Verpasst du diese Frist, wird’s deutlich schwieriger oder teurer.

Wann ist optimale Zeitpunkt für einen PKV-Wechsel als Beamter?

Für Beamte lautet die Empfehlung ganz klar: So früh wie möglich in die PKV wechseln. Am besten direkt mit Beginn der Beamtenlaufbahn, spätestens aber innerhalb der ersten sechs Monate nach Verbeamtung. Jeder Monat, den du als Beamter in der GKV verbringst, kostet dich faktisch Geld, weil du auf die Beihilfe-Vorteile verzichtest.

Wann kann ein Selbstständiger in die PKV wechseln?

Als Selbstständiger oder Freiberufler kannst du theoretisch jederzeit in die PKV wechseln. Es gibt keine Einkommensgrenze, keine Wartezeit, keine formalen Hürden. Sobald du deine selbstständige Tätigkeit aufnimmst, steht dir die PKV offen.

Aber nur weil du kannst, heißt das nicht, dass du solltest. Die PKV ist für Selbstständige ein zweischneidiges Schwert.

Vor- und Nachteile der PKV für Selbstständige

Der große Vorteil der PKV für Selbstständige liegt in der Leistungsqualität und den oft besseren Konditionen bei stabilen, hohen Einkünften. Du bekommst schneller Facharzttermine, kannst Chefarztbehandlung wählen und profitierst von umfassenderen Leistungen als in der Basis-GKV. Zudem kannst du den vollen PKV-Beitrag steuerlich als Betriebsausgabe oder Sonderausgabe geltend machen.

Der Nachteil ist die fehlende Flexibilität bei schwankenden Einkommen. In der GKV zahlen freiwillig versicherte Selbstständige einkommensabhängige Beiträge. Bei hohem Gewinn wird’s teuer, bei niedrigen Einkünften gibt’s einen Mindestbeitrag von aktuell rund 210 Euro monatlich. Die GKV ist also ein Sicherheitsnetz, wenn dein Business mal nicht so läuft.

Die PKV kennt diese Flexibilität nicht. Dein Beitrag ist fest vereinbart und bleibt gleich, egal ob du 10.000 Euro im Monat verdienst oder gar nichts. In einem schlechten Monat musst du dennoch den vollen Beitrag aufbringen, und zwar pünktlich.

Wann ist der richtige Zeitpunkt für den PKV-Wechsel für Selbstständige?

Als Selbstständiger solltest du erst dann in die PKV wechseln, wenn deine Einkünfte dauerhaft stabil und hoch genug sind. Die Betonung liegt auf dauerhaft. Ein oder zwei gute Jahre reichen nicht aus, du brauchst echte finanzielle Planbarkeit.

Erst kürzlich hatte ich einen jungen Gründer als Kunden, der nach zwei erfolgreichen Jahren direkt in die PKV gewechselt ist. Im dritten Jahr brach sein größter Kunde weg, und plötzlich musste er jeden Monat 450 Euro PKV-Beitrag zahlen, obwohl kaum noch Aufträge reinkamen. Zurück in die GKV kam er nicht mehr, weil er ja selbstständig blieb. Das war eine bittere Lektion.

Meine Empfehlung für Selbstständige: Warte mindestens drei bis fünf Jahre ab, bis dein Business wirklich stabil läuft. Leg dir finanzielle Reserven an, die mindestens ein Jahr PKV-Beiträge abdecken. Erst dann macht der Wechsel Sinn.

Wann kann man sich als Angestellter privat versichern?

Als Angestellter hängt dein Zugang zur PKV vom Überschreiten der Jahresarbeitsentgeltgrenze ab. Diese liegt 2025 bei 77.400 Euro brutto jährlich. Sobald dein regelmäßiges Bruttoeinkommen diese Schwelle übersteigt, tritt zum Jahresende die Versicherungsfreiheit ein.

Was genau zählt zum Einkommen bei der Bestimmung der Versicherungspflichtgrenze?

Für die Berechnung zählt dein regelmäßiges Bruttoeinkommen. Dazu gehören dein Grundgehalt, regelmäßige Zulagen und vermögenswirksame Leistungen. Einmalige Zahlungen wie Weihnachtsgeld, Urlaubsgeld oder Boni zählen nicht mit rein, es sei denn, sie werden garantiert und regelmäßig gezahlt.

EinkommensbestandteilZählt zur JAEG?Bedingungen / Hinweise
Monatliches BruttogehaltGrundlage der Berechnung (× 12)
Urlaubs- und WeihnachtsgeldWenn vertraglich vereinbart / regelmäßig
13. MonatsgehaltWenn vertraglich vereinbart
Vermögenswirksame Leistungen (VL)Arbeitgeberzuschüsse für Sparpläne / BAV
Überstundenpauschalen (vertraglich geregelt)Nur bei pauschaler Vergütung
Bereitschaftsdienstvergütung (pauschal)Bei regelmäßiger Zahlung in gleicher Höhe
Provisionen (individuell, leistungsbezogen, regelmäßig)Wenn sie das monatliche Entgelt mitprägen
Sachbezüge (Dienstwagen, Unterkunft)Geldwerter Vorteil wird angerechnet
Schichtzulagen, GefahrenzulagenRegelmäßige Zuschläge
Bonuszahlungen und Prämien (vertraglich)Nur wenn vertraglich zugesichert
Erschwerniszuschläge (regelmäßig)Bei regelmäßiger Zahlung
JubiläumsprämienWerden grundsätzlich angerechnet
Fahrgeld / Fahrtkosten (pauschale Erstattungen)Pauschale Erstattungen zählen mit
Überstunden (unregelmäßig / schwankend)Schwankende / gelegentliche Überstunden
Provisionen (unregelmäßig)Nicht regelmäßige Provisionen
Einmalige BonuszahlungenUnregelmäßige / einmalige Zahlungen

Überschreitest du die Grenze erstmals, informiert dich deine Krankenkasse schriftlich über deine neue Versicherungsfreiheit. Du hast dann die Wahl: Entweder du wechselst in die PKV oder du bleibst als freiwilliges Mitglied in der GKV. Beide Optionen sind möglich, und niemand zwingt dich zum Wechsel.

Entscheidest du dich für die PKV, solltest du dir im Klaren sein, dass der Weg zurück in die GKV schwierig ist. Solange du über der Einkommensgrenze verdienst, bleibt die Tür zur GKV praktisch zu. Nur wenn dein Einkommen dauerhaft unter die Grenze fällt, wirst du wieder versicherungspflichtig und kommst zurück in die GKV.

Das kann passieren, wenn du deine Arbeitszeit reduzierst, in Teilzeit gehst oder den Job wechselst. Aber es muss sich um eine dauerhafte Gehaltsänderung handeln, nicht nur um ein paar Monate unter der Grenze.

Ein wichtiger Punkt: Diese Rückkehrmöglichkeit gilt nur bis zum 55. Lebensjahr.

Wer 55 oder älter ist, kommt praktisch nicht mehr zurück in die GKV, selbst wenn das Einkommen sinkt. Diese Grenze ist absolut entscheidend für deine Entscheidung.

Familienplanung nicht vergessen: Kannst du dir die PKV auch mit Familie leisten?

Als Angestellter mit Familie wird die Rechnung schnell kompliziert. In der GKV sind dein nicht arbeitender Ehepartner und deine Kinder kostenlos familienversichert. In der PKV musst du jeden einzeln versichern, und das kostet.

Letztes Jahr beriet ich einen 32-jährigen Angestellten, der mit seinem Gehalt von 85.000 Euro weit über der Grenze lag. Er wollte unbedingt in die PKV wechseln, weil er aktuell 200 Euro monatlich sparen würde.

Seine Frau war in Elternzeit, zwei Kinder unter drei Jahren. Als wir durchgerechnet haben, was die PKV für die gesamte Familie kosten würde, kam er auf 800 Euro monatlich statt den aktuellen 600 Euro in der GKV. Er blieb freiwillig gesetzlich versichert.

Wann besteht Versicherungsfreiheit in der Krankenversicherung?

Versicherungsfreiheit bedeutet, dass du nicht verpflichtet bist, dich in der gesetzlichen Krankenversicherung zu versichern. Stattdessen kannst du in die PKV wechseln. Diese Freiheit tritt unter verschiedenen Bedingungen ein.

Für Angestellte: Bei Überschreitung der JAEG

Als Angestellter bist du versicherungsfrei, sobald dein regelmäßiges Jahresbruttoeinkommen die Versicherungspflichtgrenze von 77.400 Euro übersteigt. Diese Freiheit tritt zum Jahresende ein, nachdem du das gesamte Kalenderjahr über der Grenze warst.

Wichtig ist das Wort „regelmäßig“. Ein einmaliger Bonus, der dich über die Grenze hebt, reicht nicht aus. Es muss sich um dauerhaftes, planbares Einkommen handeln.

Für Selbstständige: Automatisch versicherungsfrei

Als Selbstständiger oder Freiberufler bist du von vornherein versicherungsfrei. Du kannst dich freiwillig in der GKV versichern oder direkt in die PKV gehen. Dein Einkommen spielt dabei keine Rolle.

Es gibt einige Ausnahmen, etwa Künstler und Publizisten über die Künstlersozialkasse oder bestimmte Landwirte. Diese Gruppen sind pflichtversichert in der GKV, auch wenn sie selbstständig arbeiten.

Für Beamte: Von Anfang an versicherungsfrei

Beamte und Beamtenanwärter sind grundsätzlich versicherungsfrei in der gesetzlichen Krankenversicherung. Sie können sich freiwillig gesetzlich versichern oder die PKV wählen. Die meisten entscheiden sich für die PKV, weil die Kombination mit der Beihilfe deutlich günstiger ist.

Optimaler Zeitpunkt: Wann ist ein Wechsel in die private Krankenversicherung sinnvoll?

Den optimalen Zeitpunkt für den PKV-Wechsel gibt es nicht als feste Jahreszahl. Zu viele Faktoren spielen eine Rolle, als dass man sagen könnte: „Mit 32 Jahren und vier Monaten ist’s perfekt.“

Aber es gibt klare Muster, die dir bei der Entscheidung helfen können.

Je jünger du bist, desto sinnvoller der Wechsel in die PKV

Der wichtigste Faktor für einen günstigen PKV-Einstieg ist dein Alter bei Vertragsabschluss. Die PKV bildet Alterungsrückstellungen, das sind Rücklagen für dein Alter, die über Jahrzehnte angespart werden. Je früher du anfängst einzuzahlen, desto länger kann dieses Kapital wachsen und desto niedriger fallen deine Beiträge aus.

Ein 30-Jähriger, der in die PKV geht, hat 35 Jahre Zeit zum Ansparen, bis er 65 ist. Ein 45-Jähriger nur noch 20 Jahre. Der Unterschied ist gewaltig. Der 45-Jährige muss von Anfang an deutlich höhere Beiträge zahlen, um überhaupt auf einen ähnlichen Rückstellungstopf zu kommen. Und selbst dann wird sein Topf kleiner sein, was höhere Beiträge im Alter bedeutet.

EintrittsalterAnsparzeit bis 65Monatsbeitrag (Beispiel)Alterungsrückstellung nach 20 Jahren
30 Jahre35 Jahre400 €ca. 85.000 €
40 Jahre25 Jahre550 €ca. 75.000 €
50 Jahre15 Jahre750 €ca. 50.000 €

Beispielrechnung für einen Tarif mit vergleichbaren Leistungen. Tatsächliche Werte können abweichen.

Dein Gesundheitszustand spielt die zweite Hauptrolle. Mit 25 oder 30 Jahren sind die meisten Menschen kerngesund. Keine chronischen Erkrankungen, keine regelmäßigen Medikamente, keine laufenden Behandlungen. Das bedeutet problemlosen Zugang zur PKV ohne Risikozuschläge.

Mit jedem weiteren Lebensjahr steigt die Wahrscheinlichkeit, dass du irgendwelche Diagnosen sammelst. Ein erhöhter Blutdruck hier, ein Rückenproblem da, vielleicht eine Allergie oder ein paar Sitzungen beim Psychotherapeuten. All das kann bei der Gesundheitsprüfung zu Problemen führen, zu Risikozuschlägen oder sogar zur Ablehnung.

Faustregel: Vor dem 40. Lebensjahr ist ein Wechsel in die PKV ideal

Wenn du die PKV ernsthaft in Betracht ziehst, solltest du spätestens bis zum 40. Lebensjahr wechseln. Idealerweise früher, in den späten 20ern oder frühen 30ern. In diesem Alter sind die Beiträge noch moderat, die Gesundheitsprüfung meist problemlos, und du hast genug Zeit zum Aufbau der Alterungsrückstellungen.

Ab Mitte 40 wird ein Wechsel zunehmend unattraktiv. Die Einstiegsbeiträge sind deutlich höher, die Gesundheitsprüfung strenger, und die Zeit bis zur Rente schrumpft. Wer erst mit 50 oder später wechselt, zahlt oft von Anfang an Beiträge, die kaum günstiger sind als der GKV-Höchstbeitrag, und bekommt dafür im Alter auch keine große Entlastung mehr.

Passt deine Lebensplanung zur PKV?

Neben Alter und Gesundheit spielt deine Lebensplanung eine entscheidende Rolle. Bist du Single oder planst du eine Familie? Willst du vielleicht in ein paar Jahren selbstständig werden oder ins Ausland gehen? Wie sicher ist dein Job, wie stabil dein Einkommen?

Die PKV ist ideal für Menschen mit langfristig hohem, stabilem Einkommen und ohne geplante Familienphase in naher Zukunft. Wenn du weißt, dass du die nächsten 30 Jahre gut verdienen wirst, macht ein früher Wechsel Sinn.

Die PKV ist problematisch für Menschen mit unsicheren Karriereperspektiven, geplanter Familiengründung oder dem Wunsch nach beruflicher Flexibilität. Wer vielleicht mal ein Sabbatical machen will, ins Ausland geht oder eine Selbstständigkeit plant, sollte zweimal überlegen.

Wann ist der beste Zeitpunkt für den Wechsel in die PKV?

Der optimale Zeitpunkt ist meist dann, wenn mehrere Faktoren zusammenkommen:

Du bist zwischen 28 und 38 Jahren alt, gesund ohne nennenswerte Vorerkrankungen, und verdienst deutlich über der Versicherungspflichtgrenze. Deine Karriere läuft stabil, du hast keine akute Familienplanung mit mehreren Kindern vor, und du kannst absehen, dass dein Einkommen auch langfristig hoch bleibt.

In dieser Konstellation macht ein Wechsel richtig Sinn. Du bekommst gute Konditionen, baust ordentliche Rückstellungen auf und profitierst von den besseren Leistungen der PKV über Jahrzehnte.

Wann sollte man spätestens in die PKV wechseln?

Als Faustregel gilt: Spätestens bis zum 40. Lebensjahr solltest du dich entschieden haben, ob die PKV für dich der richtige Weg ist. Nach dem 40. Geburtstag wird ein Wechsel zunehmend problematisch, teuer und oft nicht mehr empfehlenswert.

Das hat mehrere Gründe. Zum einen kalkuliert die PKV deine Beiträge auf Basis deines Eintrittsalters. Je älter du bist, desto weniger Zeit bleibt zum Aufbau der Alterungsrückstellungen. Ein 42-Jähriger hat nur noch 23 Jahre bis zum Renteneintritt mit 65. Diese kurze Ansparzeit führt zu deutlich höheren Startbeiträgen.

Zum anderen steigt mit dem Alter die Wahrscheinlichkeit von Vorerkrankungen massiv an. Mit 35 bist du vielleicht noch fit wie ein Turnschuh. Mit 45 hast du statistisch gesehen schon die eine oder andere Diagnose gesammelt.

Bluthochdruck ist da noch harmlos, aber auch Rückenprobleme, erhöhte Blutfettwerte, Gelenkbeschwerden oder psychische Belastungen häufen sich.

Alter bei EintrittEmpfehlungBegründung
Bis 35 JahreOptimalNiedrige Beiträge, lange Ansparzeit, meist gesund
35–40 Jahre👍 Gut möglichNoch akzeptable Beiträge, ausreichend Ansparzeit
40–45 Jahre⚠️ GrenzwertigDeutlich höhere Beiträge, kürzere Ansparzeit
45–50 Jahre🚫 Nicht empfohlenSehr hohe Beiträge, Gesundheitsrisiken steigen
Über 50 JahreNur in AusnahmenExtrem hohe Beiträge, oft nicht mehr versicherbar

Ab Mitte 40: Die PKV ist nur noch in Ausnahmefällen sinnvoll

Ab etwa 45 Jahren raten die meisten Experten vom PKV-Wechsel ab, es sei denn, es liegen sehr spezielle Gründe vor. Diese Ausnahmen könnten sein:

Du wirst mit 48 verbeamtet als Quereinsteiger. Dann macht die PKV wegen der Beihilfe trotz des höheren Alters noch Sinn. Oder du verfügst über ein sehr hohes Vermögen und kannst dir die hohen Beiträge problemlos leisten, selbst wenn sie bei 800 oder 1.000 Euro monatlich starten.

Für normale Angestellte oder Selbstständige ohne besondere finanzielle Polster ist ein Wechsel ab Mitte 40 meist ein Fehler. Die Beiträge sind zu hoch, die Ansparzeit zu kurz, und die Gefahr von Risikozuschlägen wegen Vorerkrankungen zu groß.

Ein Beispiel aus meiner Beratung: Ein 47-jähriger IT-Consultant wollte unbedingt in die PKV wechseln, weil er als freiwillig Versicherter in der GKV den Höchstbeitrag zahlt. Sein PKV-Angebot startete bei 720 Euro monatlich, und das war noch ohne Risikozuschlag wegen seines leichten Bluthochdrucks.

In der GKV zahlt er aktuell 960 Euro als Selbstzahler. Die Ersparnis von 240 Euro klingt gut, aber wir haben durchgerechnet: Mit 67, wenn er in Rente geht, würde sein PKV-Beitrag voraussichtlich bei über 900 Euro liegen, während er in der GKV als Rentner nur noch etwa 400 Euro zahlen würde. Er ist freiwillig in der GKV geblieben.

Ab 55 Jahren: Wechsel aus der PKV in die GKV (in der Regel) nicht mehr möglich

Es gibt noch eine zweite, noch härtere Grenze, und die liegt bei 55 Jahren.

Ab diesem Alter ist eine Rückkehr in die GKV praktisch ausgeschlossen, selbst wenn du es wolltest. Diese Regelung wurde 2013 eingeführt, um zu verhindern, dass Menschen ihr Leben lang die günstigen PKV-Jahre mitnehmen und dann im Alter, wenn’s teuer wird, zurück in die solidarisch finanzierte GKV flüchten.

Das bedeutet konkret: Wer mit 55 oder älter in der PKV ist, bleibt dort für immer. Selbst wenn dein Einkommen drastisch sinkt, du arbeitslos wirst oder in Teilzeit gehst – die GKV nimmt dich nicht mehr auf. Die einzige winzige Ausnahme wäre die Familienversicherung über einen gesetzlich versicherten Ehepartner, aber dafür müsstest du praktisch kein eigenes Einkommen mehr haben.

Diese 55-Jahre-Grenze macht einen PKV-Wechsel kurz davor besonders riskant. Stell dir vor, du wechselst mit 52 in die PKV, merkst mit 56, dass die Beiträge doch höher sind als gedacht oder dass du dir das im Alter nicht leisten kannst. Pech gehabt. Zurück geht nicht mehr, du sitzt fest.

Selbst wenn du altersmäßig noch im Rahmen liegst, kann deine Gesundheit den PKV-Wechsel unmöglich machen. Ein Fall aus dem letzten Jahr zeigt das deutlich: Ein 38-jähriger Kunde wollte unbedingt in die PKV wechseln. Einkommen über 90.000 Euro, finanziell bestens aufgestellt. Aber er hatte seit drei Jahren Diabetes Typ 1 und nahm Insulin.

Wir haben anonyme Risikovoranfragen bei verschiedenen Versicherern gemacht. Das Ergebnis war ernüchternd: Drei Versicherer haben direkt abgelehnt, zwei wollten Risikozuschläge von 50 Prozent und mehr. Nur eine Gesellschaft bot akzeptable Konditionen mit 25 Prozent Aufschlag.

Der Mann ist am Ende freiwillig in der GKV geblieben, weil ihm das Risiko zu hoch war.

Kann ich als Rentner in die PKV wechseln?

Diese Frage wird mir immer wieder gestellt, und die Antwort ist meistens enttäuschend: Als Rentner in die PKV zu wechseln ist praktisch ausgeschlossen und wäre finanziell auch absoluter Wahnsinn.

Warum lohnt sich ein PKV-Wechsel im Rentenalter nicht mehr?

Die PKV ist für Rentner extrem teuer beim Neueinstieg. Dein Eintrittsalter bestimmt maßgeblich die Beitragshöhe, und mit 65 oder 70 Jahren fehlt dir jegliche Zeit zum Aufbau von Alterungsrückstellungen. Die Versicherung müsste dir von Anfang an Beiträge berechnen, die deine voraussichtlichen hohen Gesundheitskosten im Alter decken.

Dazu kommt die Gesundheitsprüfung. Welcher 67-Jährige ist denn noch kerngesund ohne jegliche Vorerkrankungen? Die Wahrscheinlichkeit, dass du bis zum Rentenalter keine chronischen Beschwerden entwickelt hast, geht gegen null.

Bluthochdruck, Diabetes, Herz-Kreislauf-Probleme, Gelenkbeschwerden, erhöhte Cholesterinwerte – fast jeder Rentner hat irgendwas davon. Und jede dieser Diagnosen führt zu massiven Risikozuschlägen oder zur direkten Ablehnung.

Es gibt aber noch eine grundsätzlichere Hürde: Als Rentner bist du in der Krankenversicherung der Rentner pflichtversichert, wenn du bestimmte Voraussetzungen erfüllst. Diese Krankenversicherung der Rentner ist Teil der GKV und bietet dir keine freie Wahl zur PKV.

Nur wer in den letzten Jahren vor der Rente mindestens 90 Prozent der Zeit privat versichert war, kommt nicht in die KVdR. Wer also sein ganzes Erwerbsleben GKV-versichert war und als Rentner plötzlich wechseln will, hat keine Chance.

Finaziell macht die PKV als Rentner keinen Sinn mehr

Selbst wenn du theoretisch als Rentner in die PKV könntest, würde es finanziell überhaupt keinen Sinn ergeben. Die Beiträge wären astronomisch hoch, vermutlich deutlich über 1.000 Euro monatlich für einen halbwegs vernünftigen Schutz.

Gleichzeitig hättest du in der GKV als Rentner deutliche Vorteile.

Dein Beitrag richtet sich nach deiner Rente und weiteren Einkünften wie Mieteinnahmen oder Kapitaleinkünften. Viele Rentner zahlen in der GKV zwischen 200 und 400 Euro monatlich. Dazu kommt die kostenlose Familienversicherung für den Ehepartner, wenn dieser keine eigenen hohen Einkünfte hat.

Es gibt praktisch nur eine Situation, in der ein PKV-Eintritt im höheren Alter noch Sinn machen könnte: Du wirst kurz vor der Rente noch verbeamtet, etwa als Quereinsteiger. Dann bekommst du Beihilfe, und die Kombination aus Beihilfe und PKV kann auch im höheren Alter noch funktionieren. Aber das ist wirklich die absolute Ausnahme.

Als Rentner oder kurz vor der Rente solltest du nicht mehr über einen PKV-Wechsel nachdenken. Die Tür zur PKV schließt sich faktisch spätestens Anfang bis Mitte 40. Wer bis dahin nicht gewechselt ist, bleibt besser dauerhaft in der GKV.

Fazit: „Die Frage nach dem richtigen Zeitpunkt für den PKV-Wechsel lässt sich nicht mit einer Jahreszahl beantworten“

Zu viele individuelle Faktoren spielen eine Rolle. Aber es gibt klare Leitplanken, an denen du dich orientieren kannst.

Wenn du jung bist, gesund, gut verdienst und langfristig stabile Verhältnisse hast, spricht viel für einen frühen Wechsel. Die besten Jahre dafür sind zwischen Ende 20 und Mitte 30. Du bekommst günstige Konditionen, baust solide Alterungsrückstellungen auf und profitierst über Jahrzehnte von den besseren Leistungen.

Die harte Grenze liegt bei etwa 40 Jahren. Danach wird ein Wechsel zunehmend problematisch, teuer und oft nicht mehr sinnvoll. Ab Mitte 40 solltest du es nur noch in absoluten Ausnahmefällen tun, etwa bei einer späten Verbeamtung oder außergewöhnlich guten finanziellen Verhältnissen.

Die 55-Jahre-Grenze ist der absolute Schlusspunkt. Ab dann kommst du aus der PKV praktisch nicht mehr raus, selbst wenn du wolltest. Wer kurz davor steht und noch in der GKV ist, sollte dort bleiben.

AltersgruppeEmpfehlungBegründungAktion
25–35 JahreWechsel prüfenOptimale Konditionen, lange AnsparzeitBei Eignung wechseln
35–40 Jahre👍 Letzte gute ChanceNoch akzeptable BeiträgeJetzt entscheiden
40–45 Jahre⚠️ Kritisch abwägenHohe Beiträge, kurze AnsparzeitNur bei sehr guten Voraussetzungen
45–55 Jahre🚫 Nicht empfohlenSehr teuer, kaum noch VorteileIn GKV bleiben
Über 55 JahreUnmöglich / sinnlosKeine Rückkehr mehr möglichDefinitiv GKV

Am wichtigsten ist aber etwas anderes: Entscheide nicht nur nach dem Alter, sondern nach deiner gesamten Lebenssituation. Die PKV ist keine Entscheidung für ein paar Jahre, sondern fürs ganze Leben. Triff sie bewusst, gut beraten und mit Weitblick. Dann wirst du auch in 30 Jahren noch zufrieden damit sein.

Und wenn du merkst, dass du unsicher bist oder die Zahlen nicht passen – bleib in der GKV. Das ist keine Niederlage, sondern eine kluge Entscheidung. Denn am Ende geht’s nicht darum, in der PKV zu sein, sondern gut und bezahlbar versichert zu sein.

Über den Autor
Ich bin Daniel Feyler aus dem beschaulichen Lautertal in Oberfranken. Seit 2009 berate ich Menschen in ganz Deutschland zur PKV – meist digital, manchmal persönlich. Was als Interesse an Versicherungsthemen begann, wurde zur Berufung: Menschen durch den PKV-Dschungel zu navigieren. Abseits der Beratung genieße ich die Ruhe hier in Bayern.