Im Januar 2025 musste die Barmer eine der höchsten Beitragserhöhungen im gesamten GKV-System vornehmen: Der Zusatzbeitrag stieg von 2,19 Prozent auf 3,29 Prozent, eine Erhöhung um 1,1 Prozentpunkte. Damit ist die Barmer 2025 eine der teuersten großen Krankenkassen.
Für 2026 zeichnet sich eine weitere Erhöhung ab. Ich zeige dir, wie hoch die Barmer-Beiträge aktuell sind und was dich 2026 erwartet.
Wie hoch ist der Beitragssatz bei der Barmer in 2025?
Der Zusatzbeitrag der Barmer beträgt seit dem 1. Januar 2025 offiziell 3,29 Prozent. Dies stellt eine massive Erhöhung um 1,1 Prozentpunkte gegenüber 2024 dar, als der Zusatzbeitrag noch bei 2,19 Prozent lag. Zusammen mit dem bundeseinheitlichen allgemeinen Beitragssatz von 14,6 Prozent ergibt sich ein Gesamtbeitragssatz von 17,89 Prozent.
Die Barmer liegt damit 0,79 Prozentpunkte über dem offiziell für 2025 festgelegten durchschnittlichen Zusatzbeitrag von 2,5 Prozent und ist damit eine der teuersten großen gesetzlichen Krankenkassen. Die paritätische Finanzierung bedeutet: Arbeitgeber und Arbeitnehmer teilen sich den Beitrag jeweils zur Hälfte, also je 8,945 Prozent.
| Beitragsart | Prozentsatz | Anteil Arbeitnehmer | Anteil Arbeitgeber |
|---|---|---|---|
| Allgemeiner Beitragssatz | 14,6 % | 7,3 % | 7,3 % |
| Zusatzbeitrag Barmer | 3,29 % | 1,645 % | 1,645 % |
| Gesamtbeitragssatz | 17,89 % | 8,945 % | 8,945 % |
Bei einem Bruttogehalt von 4.000 Euro monatlich zahlst du als Barmer-Versicherter 357,80 Euro Krankenversicherung, dein Arbeitgeber zahlt die gleichen 357,80 Euro. Insgesamt fließen 715,60 Euro an die Barmer. Bei einem Bruttogehalt von 5.000 Euro zahlst du 447,25 Euro, bei 6.000 Euro Brutto bis zur Beitragsbemessungsgrenze etwa 536,70 Euro monatlich.
Vergleich: Barmer und andere Ersatzkassen (2025)
| Krankenkasse | Versicherte | Zusatzbeitrag 2025 | Gesamtbeitragssatz 2025 |
|---|---|---|---|
| TK | 12,15 Millionen | 2,45 % | 17,05 % |
| DAK | 5,43 Millionen | 2,80 % | 17,40 % |
| Barmer | 8,31 Millionen | 3,29 % | 17,89 % |
Die Barmer liegt damit 0,84 Prozentpunkte höher als die TK. Bei einem Bruttoeinkommen von 3.500 Euro bedeutet dies eine jährliche Mehrbelastung von etwa 147 Euro gegenüber der TK. Bei 4.000 Euro Brutto sind es etwa 168 Euro Mehrkosten pro Jahr.
Warum musste die Barmer seine Beiträge so stark erhöhen?
Die drastische Beitragserhöhung um 1,1 Prozentpunkte hat mehrere Ursachen.
Die Barmer hatte 2024 ein Jahresdefizit von 242 Millionen Euro, obwohl sie den Beitrag für 2025 bereits massiv erhöht hatte. Die Krankenhauskosten stiegen um 11,2 Prozent, die Arzneimittelausgaben um 8,4 Prozent. Dazu kommt die strukturelle Unterfinanzierung des gesamten GKV-Systems.
Prognose: Wie hoch steigt der Beitragssatz der Barmer in 2026?
Der GKV-Schätzerkreis beim Bundesamt für Soziale Sicherung hat am 14. und 15. Oktober 2025 den durchschnittlichen Zusatzbeitrag für 2026 auf 2,9 Prozent prognostiziert.
Dies entspricht einer Erhöhung um 0,4 Prozentpunkte gegenüber dem offiziellen Wert für 2025. Das Bundesgesundheitsministerium muss diesen Wert bis zum 1. November 2025 offiziell im Bundesanzeiger veröffentlichen.
Welcher Zusatzbeitrag ist für die Barmer 2026 realistisch?
Die Barmer hat noch keine endgültige Entscheidung über ihren Zusatzbeitrag für 2026 getroffen. Diese erfolgt voraussichtlich im Dezember 2025 durch den Verwaltungsrat. Verschiedene Institute und Verbände haben Prognosen abgegeben, die zwischen 3,5 und 3,7 Prozent Zusatzbeitrag liegen.
Das GKV-Schätzerkreis-Basis-Szenario des Bundesgesundheitsministeriums prognostiziert 3,5 bis 3,6 Prozent bei proportionaler Erhöhung des Durchschnitts um 0,4 Prozentpunkte. Das IGES-Institut, das im Auftrag der DAK rechnet und auf die Barmer übertragbar ist, kommt auf 3,5 bis 3,7 Prozent.
Der Verband der Ersatzkassen prognostiziert ebenfalls 3,5 bis 3,7 Prozent. Ohne politische Gegenmaßnahmen wären sogar 3,8 bis 4,0 Prozent möglich.
Dies würde eine zusätzliche Erhöhung um 0,21 bis 0,71 Prozentpunkte gegenüber 2025 bedeuten. Der Gesamtbeitragssatz läge dann bei 18,1 bis 18,3 Prozent.
Warnung des Barmer-Verwaltungsrats
Der Verwaltungsrat der Barmer unter Vorsitz von Sylvi Krisch äußerte sich zur Finanzlage kritisch. Die Finanzlage 2024 spitze sich aufgrund zusätzlicher Kostensteigerungen weiter zu.
Zusätzlich belasten Krankenhausreformen die Krankenkasse in Milliardenhöhe. Eine konkrete Zahlennennung für 2026 erfolgte nicht, aber alle Indikatoren deuten auf 3,5 bis 3,7 Prozent hin. Der Verwaltungsrat betont: Die 2025er-Erhöhung um 1,1 Prozentpunkte wird nicht die letzte sein.
Prognose: Beitragssatz für die Barmer-GKV in 2026
| Szenario | Zusatzbeitrag 2026 | Gesamtbeitragssatz 2026 | Beitrag bei 4.000 € Brutto |
|---|---|---|---|
| Optimistisch | 3,5 % | 18,1 % | 362 € (davon 181 € Arbeitnehmer) |
| Realistisch | 3,6 % | 18,2 % | 364 € (davon 182 € Arbeitnehmer) |
| Pessimistisch | 3,7 % | 18,3 % | 366 € (davon 183 € Arbeitnehmer) |
Bei einem Bruttogehalt von 4.000 Euro monatlich würdest du im optimistischen Szenario 4,20 Euro mehr zahlen als 2025, im pessimistischen Szenario 8,20 Euro mehr. Aufs Jahr gerechnet sind das zwischen 50 und 100 Euro Mehrkosten für dich als Versicherter.
Die folgende Tabelle zeigt dir, wie viel mehr du 2026 zahlen würdest, wenn der Barmer-Zusatzbeitrag von 3,29 Prozent auf 3,5 bis 3,7 Prozent steigt.
| Bruttoeinkommen | Zusätzliche jährliche Mehrbelastung |
|---|---|
| 2.000 € | 25 – 50 € |
| 3.000 € | 38 – 75 € |
| 3.500 € | 44 – 88 € |
| 4.000 € | 50 – 100 € |
| 5.000 € | 63 – 125 € |
| Gutverdiener (über 5.812,50 €) | 200 – 460 € |
Bei höheren Einkommen oberhalb der Beitragsbemessungsgrenze fällt die Mehrbelastung absolut höher aus, weil der Höchstbeitrag steigt. Gutverdiener zahlen 2026 zwischen 200 und 460 Euro mehr pro Jahr.
Nach einer kurzfristigen Dämpfung durch das Bundesdarlehen warnt das IGES-Institut vor erneutem Anstieg. Für 2026 wird ein Zusatzbeitrag von 3,5 bis 3,7 Prozent und ein Gesamtbeitrag von 18,1 bis 18,3 Prozent erwartet.
Für 2027 bis 2028 ist ein erneuter Anstieg um weitere 0,3 bis 0,4 Prozentpunkte pro Jahr zu erwarten. Ohne strukturelle Reformen könnte der GKV-Gesamtbeitragssatz bis 2035 sogar 20 Prozent erreichen.
Wechselmöglichkeiten prüfen lohnt sich
Die endgültige Entscheidung der Barmer erfolgt erst im Dezember 2025. Versicherte mit Sonderkündigungsrecht sollten ihre Wechselmöglichkeiten prüfen. Bei einem Wechsel von der Barmer zur TK würden Versicherte bei 3.500 Euro Bruttoeinkommen etwa 75 bis 125 Euro pro Jahr einsparen. Bei 4.000 Euro Brutto wären es etwa 100 bis 150 Euro pro Jahr.
Die Beitragsbemessungsgrenze steigt 2026 auf 5.812,50 Euro monatlich oder 69.750 Euro jährlich. Das bedeutet: Verdienst du mehr als 5.812,50 Euro brutto im Monat, zahlst du nur auf die ersten 5.812,50 Euro Krankenversicherungsbeiträge.
Fazit: „Die Barmer steigt ab dem 1. Januar 2026 voraussichtlich auf 3,5 bis 3,7 Prozent Zusatzbeitrag und bleibt eine der teuersten großen Krankenkassen“
Die Barmer gehört zu den teuersten gesetzlichen Krankenkassen und wird 2026 weiter teurer.
Von aktuell 3,29 Prozent Zusatzbeitrag geht es auf geschätzt 3,5 bis 3,7 Prozent. Bei 4.000 Euro Brutto zahlst du 2026 etwa 50 bis 100 Euro mehr pro Jahr. Ein Wechsel zur TK spart 100 bis 150 Euro jährlich. Die Beitragsbemessungsgrenze steigt auf 5.812,50 Euro monatlich.
Wenn du als Barmer-Versicherter mit den höchsten Beiträgen im GKV-System kämpfst und über 69.750 Euro brutto jährlich verdienst, könnte der Wechsel in die PKV für dich interessant sein. Melde dich bei mir für eine kostenlose Erstberatung, ob die PKV für dich infrage kommt.
