Besonders die AOK als größter Kassenbetreiber in Deutschland mit über 27 Millionen Versicherten spürt diesen Druck.
Der GKV-Schätzerkreis beim Bundesamt für Soziale Sicherung hat am 15. Oktober 2025 seine Prognose für den durchschnittlichen Zusatzbeitrag 2026 vorgelegt. Die Zahlen zeigen deutlich nach oben.
Für Millionen von Versicherten bedeutet das höhere Beiträge ab Januar 2026. Die Bundesregierung versucht mit einem Darlehen von 2,3 Milliarden Euro an den Gesundheitsfonds die Beitragsexplosion zu dämpfen, aber Experten bezweifeln, dass das ausreicht.
Ich zeige dir jetzt, wie hoch die AOK-Beiträge 2025 sind, welche Prognosen für 2026 vorliegen und was das konkret für dein Portemonnaie bedeutet.
Wie hoch ist der Beitragssatz bei der AOK in 2025?
Der aktuelle allgemeine Beitragssatz der gesetzlichen Krankenversicherung beträgt bundeseinheitlich 14,6 Prozent. Dieser wird paritätisch von Arbeitgeber und Arbeitnehmer getragen, das bedeutet jeder zahlt 7,3 Prozent. Dieser Satz ist bei allen gesetzlichen Krankenkassen gleich und kann nicht von den Kassen verändert werden.
Zusätzlich zu diesem festen Beitragssatz erheben alle Krankenkassen einen kassenindividuellen Zusatzbeitrag. Dieser Zusatzbeitrag ist nicht bundeseinheitlich, sondern wird von jeder Kasse selbst festgelegt.
Der durchschnittliche Zusatzbeitrag wurde für 2025 offiziell auf 2,5 Prozent festgelegt, liegt jedoch faktisch bereits bei 2,9 Prozent, da viele Kassen ihre Beiträge im Jahresverlauf erhöht haben.
Der Zusatzbeitrag wird ebenfalls paritätisch getragen, also zur Hälfte vom Arbeitgeber und zur Hälfte vom Arbeitnehmer. Bei einem Zusatzbeitrag von 2,5 Prozent zahlst du als Arbeitnehmer also 1,25 Prozent zusätzlich.
Wie setzt sich der Gesamtbeitrag zusammen?
Der Gesamtbeitragssatz setzt sich zusammen aus dem allgemeinen Beitragssatz von 14,6 Prozent plus dem kassenindividuellen Zusatzbeitrag. Bei einem Zusatzbeitrag von 2,5 Prozent ergibt sich ein Gesamtbeitragssatz von 17,1 Prozent. Von diesen 17,1 Prozent zahlst du als Arbeitnehmer 8,55 Prozent, dein Arbeitgeber zahlt die anderen 8,55 Prozent.
Bei einem Bruttogehalt von 4.000 Euro monatlich zahlst du also 342 Euro Krankenversicherung, dein Arbeitgeber zahlt die gleichen 342 Euro. Insgesamt fließen 684 Euro an die Krankenkasse.
Aktuelle AOK Zusatzbeiträge nach Region (2025)
Die AOK besteht aus 11 eigenständigen regionalen Krankenkassen mit unterschiedlichen Zusatzbeiträgen. Jede regionale AOK wirtschaftet selbstständig und legt ihren Zusatzbeitrag nach der eigenen finanziellen Situation fest.
| AOK Region | Zusatzbeitrag 2025 | Gesamtbeitragssatz 2025 | Monatsbeitrag bei 4.000 € Brutto |
|---|---|---|---|
| AOK Rheinland-Pfalz/Saarland | 2,47 % | 17,07 % | 683 € (davon 341,50 € Arbeitnehmer) |
| AOK Bremen/Bremerhaven | 2,49 % | 17,09 % | 684 € (davon 342 € Arbeitnehmer) |
| AOK Hessen | 2,49 % | 17,09 % | 684 € (davon 342 € Arbeitnehmer) |
| AOK Sachsen-Anhalt | 2,50 % | 17,10 % | 684 € (davon 342 € Arbeitnehmer) |
| AOK Baden-Württemberg | 2,60 % | 17,20 % | 688 € (davon 344 € Arbeitnehmer) |
| AOK Bayern | 2,69 % | 17,29 % | 692 € (davon 346 € Arbeitnehmer) |
| AOK Niedersachsen | 2,70 % | 17,30 % | 692 € (davon 346 € Arbeitnehmer) |
| AOK NordWest | 2,79 % | 17,39 % | 696 € (davon 348 € Arbeitnehmer) |
| AOK Rheinland/Hamburg | 2,99 % | 17,59 % | 704 € (davon 352 € Arbeitnehmer) |
| AOK PLUS (Sachsen/Thüringen) | 3,10 % | 17,70 % | 708 € (davon 354 € Arbeitnehmer) |
| AOK Nordost | 3,50 % | 18,10 % | 724 € (davon 362 € Arbeitnehmer) |
Der AOK-Durchschnitt über alle 11 Regionen liegt bei 2,63 Prozent Zusatzbeitrag, gewichtet nach Versichertenzahl. Die günstigste AOK ist die AOK Rheinland-Pfalz/Saarland mit 2,47 Prozent Zusatzbeitrag, die teuerste ist die AOK Nordost mit 3,50 Prozent. Die Differenz zwischen günstigster und teuerster AOK liegt bei 1,03 Prozentpunkten.
Bei einem Bruttogehalt von 4.000 Euro monatlich zahlst du als Versicherter der AOK Rheinland-Pfalz/Saarland 341,50 Euro, bei der AOK Nordost 362 Euro. Das sind 20,50 Euro Unterschied pro Monat oder 246 Euro pro Jahr.
Prognose: Wie hoch steigt der Beitragssatz der AOK in 2026?
Der GKV-Schätzerkreis beim Bundesamt für Soziale Sicherung hat am 15. Oktober 2025 seine Prognose für 2026 vorgelegt. Der durchschnittliche Zusatzbeitrag soll auf 2,9 Prozent steigen, das ist eine Erhöhung um 0,4 Prozentpunkte gegenüber dem offiziell für 2025 festgelegten Wert von 2,5 Prozent.
Das Bundesgesundheitsministerium muss diesen Wert bis zum 1. November 2025 im Bundesanzeiger offiziell festlegen. Danach orientieren sich die einzelnen Krankenkassen an dieser Vorgabe und legen ihre eigenen Zusatzbeiträge fest.
Was bedeutet die Erhöhung konkret für dich?
Bei einem durchschnittlichen Zusatzbeitrag von 2,9 Prozent statt 2,5 Prozent ergibt sich ein Gesamtbeitragssatz von 17,5 Prozent statt 17,1 Prozent. Das sind 0,4 Prozentpunkte mehr. Bei einem Bruttogehalt von 4.000 Euro monatlich zahlst du dann 350 Euro statt 342 Euro, also 8 Euro mehr pro Monat oder 96 Euro mehr pro Jahr.
Dein Arbeitgeber zahlt die gleichen 8 Euro mehr.
Bei einem Bruttogehalt von 5.000 Euro monatlich zahlst du 437,50 Euro statt 427,50 Euro, also 10 Euro mehr pro Monat oder 120 Euro mehr pro Jahr. Bei einem Bruttogehalt von 6.000 Euro zahlst du bis zur Beitragsbemessungsgrenze und die Erhöhung beträgt etwa 12 Euro monatlich oder 144 Euro jährlich.
AOK-spezifische Prognose für Beitragssätze in 2026
Für die AOK-Gemeinschaft wird ein durchschnittlicher Zusatzbeitrag von 2,8 bis 3,0 Prozent erwartet. Die regionalen Unterschiede werden 2026 voraussichtlich noch größer, weil die finanzielle Situation der regionalen AOKs unterschiedlich ist.
Günstige AOKs (Prognose für 2026):
Die AOK Rheinland-Pfalz/Saarland wird voraussichtlich bei etwa 2,6 Prozent Zusatzbeitrag liegen, das ergibt einen Gesamtbeitrag von 17,2 Prozent. Die AOK Hessen wird bei etwa 2,63 Prozent liegen, das ergibt einen Gesamtbeitrag von 17,23 Prozent. Die AOK Sachsen-Anhalt wird bei etwa 2,65 Prozent liegen, das ergibt einen Gesamtbeitrag von 17,25 Prozent.
Durchschnittliche AOKs (Prognose für 2026):
Die AOK Baden-Württemberg wird voraussichtlich bei etwa 2,8 Prozent Zusatzbeitrag liegen, das ergibt einen Gesamtbeitrag von 17,4 Prozent. Die AOK Bayern wird bei etwa 2,85 Prozent liegen, das ergibt einen Gesamtbeitrag von 17,45 Prozent. Die AOK Niedersachsen wird bei etwa 2,9 Prozent liegen, das ergibt einen Gesamtbeitrag von 17,5 Prozent.
Teure AOKs (Prognose für 2026):
Die AOK PLUS in Sachsen und Thüringen wird voraussichtlich bei 3,3 bis 3,5 Prozent Zusatzbeitrag liegen, das ergibt einen Gesamtbeitrag von 17,9 bis 18,1 Prozent. Die AOK Nordost in Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und Berlin wird bei 3,7 bis 3,9 Prozent liegen, das ergibt einen Gesamtbeitrag von 18,3 bis 18,5 Prozent.
Die endgültigen Beitragssätze werden erst im Dezember 2025 durch die jeweiligen Verwaltungsräte der regionalen AOKs festgelegt. Die Prognosen basieren auf der aktuellen finanziellen Lage und den erwarteten Ausgaben 2026.
Warum steigen die GKV-Beiträge so stark?
Die Beitragserhöhungen haben mehrere Gründe.
Der demografische Wandel führt zu mehr älteren Versicherten mit höheren Gesundheitskosten. Neue teurere Medikamente und Therapien belasten die Kassen zusätzlich. Steigende Personalkosten in Krankenhäusern und Arztpraxen schlagen voll durch. Die Digitalisierung des Gesundheitswesens kostet Milliarden.
Die Bundesregierung versucht mit einem Darlehen von 2,3 Milliarden Euro an den Gesundheitsfonds die Beitragsexplosion zu dämpfen. Dieses Darlehen muss zwischen 2029 und 2033 zurückgezahlt werden.
Experten warnen, dass viele Krankenkassen ihre Zusatzbeiträge dennoch über dem Durchschnitt anheben müssen, um ihre Finanzreserven wieder aufzufüllen.
Beitragsbemessungsgrenze steigt ebenfalls
Die Beitragsbemessungsgrenze steigt 2026 auf 5.812,50 Euro monatlich oder 69.750 Euro jährlich. Das bedeutet: Verdienst du mehr als 5.812,50 Euro brutto im Monat, zahlst du nur auf die ersten 5.812,50 Euro Krankenversicherungsbeiträge. Der darüber liegende Betrag ist beitragsfrei.
Bei einem Gesamtbeitragssatz von 17,5 Prozent zahlst du maximal 1.017,19 Euro monatlich als Höchstbeitrag zur gesetzlichen Krankenversicherung, davon trägst du als Arbeitnehmer 508,59 Euro.
Fazit: „Die AOK-Beiträge steigen 2026 auf durchschnittlich 17,5 Prozent, mit regionalen Unterschieden zwischen 17,2 und 18,5 Prozent“
Die Beitragsentwicklung der AOK zeigt klar nach oben.
Von den aktuell durchschnittlich 17,1 Prozent Gesamtbeitrag in 2025 geht es ab dem 1. Januar 2026 auf voraussichtlich 17,5 Prozent. Das sind 0,4 Prozentpunkte mehr oder etwa 100 Euro pro Jahr für einen Durchschnittsverdiener.
Die wichtigsten Punkte, die du dir merken solltest:
- Der allgemeine Beitragssatz bleibt 2026 bei 14,6 Prozent
- Der durchschnittliche Zusatzbeitrag steigt von offiziell 2,5 auf 2,9 Prozent
- Die günstigste AOK 2026 wird voraussichtlich die AOK Rheinland-Pfalz/Saarland mit 2,6 Prozent Zusatzbeitrag
- Die teuerste AOK wird die AOK Nordost mit 3,7 bis 3,9 Prozent Zusatzbeitrag
- Die Differenz zwischen günstigster und teuerster AOK liegt bei über 1,3 Prozentpunkten
- Bei 4.000 Euro Brutto zahlst du 2026 etwa 8 bis 20 Euro mehr pro Monat je nach AOK-Region
- Die Beitragsbemessungsgrenze steigt auf 5.812,50 Euro monatlich
- Ein Darlehen von 2,3 Milliarden Euro dämpft die Erhöhung, muss aber ab 2029 zurückgezahlt werden
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