Die private Krankenversicherung kostet für Beamte im Durchschnitt zwischen 150 und 350 Euro monatlich, abhängig von Alter, Beihilfesatz, Bundesland und gewähltem Leistungsumfang.
Das ist deutlich günstiger als für Angestellte oder Selbstständige, weil der Dienstherr einen Großteil der Kosten über die Beihilfe übernimmt.
Die Kosten variieren stark je nach individueller Situation. Ich bin seit über 15 Jahren PKV-Berater und habe bereits über 1.000 Beamte beim Einstieg in die PKV beraten.
Die Bandbreite der monatlichen Beiträge ist enorm, deshalb schauen wir uns konkrete Beispiele an.
Kostenfaktoren bei der Beamten-PKV
Dein Alter bei Vertragsabschluss ist der wichtigste Faktor. Ein 25-jähriger Beamtenanwärter zahlt deutlich weniger als ein 45-jähriger Quereinsteiger. Der Beihilfesatz deines Dienstherrn bestimmt, wie viel du selbst absichern musst. Bei 50 Prozent Beihilfe brauchst du eine 50-Prozent-Absicherung, bei 70 Prozent nur noch 30 Prozent.
Dein Bundesland macht einen Unterschied. Baden-Württemberg, Bayern und Nordrhein-Westfalen haben unterschiedliche Beihilfevorschriften, die die Kosten beeinflussen. Der gewählte Leistungsumfang spielt eine Rolle: Willst du Chefarzt und Einzelzimmer oder reicht dir eine Basisabsicherung?
Dein Gesundheitszustand bei Antragstellung ist entscheidend. Vorerkrankungen können zu Risikozuschlägen oder Leistungsausschlüssen führen.
Konkrete Beitragsbeispiele für Beamte nach Alter und Status
Beamtenanwärter (25 Jahre, 70% Beihilfe)
Ein 25-jähriger Beamtenanwärter mit 70 Prozent Beihilfe zahlt für eine sehr gute Absicherung etwa 90 bis 130 Euro monatlich. Das ist extrem günstig für eine umfassende Krankenversicherung.
Vor zwei Wochen kam ein frisch ernannter Referendar zu mir, 26 Jahre alt. Er bekam bei der Continentale einen Top-Tarif für 95 Euro monatlich. Darin waren Chefarzt, Zweibettzimmer und umfassende Zahnleistungen enthalten.
Junger Beamter (30 Jahre, 50% Beihilfe)
Ein 30-jähriger Beamter mit 50 Prozent Beihilfe zahlt für eine gute Absicherung etwa 150 bis 220 Euro monatlich. Das ist immer noch sehr günstig im Vergleich zur GKV.
Letzten Monat beriet ich eine 32-jährige Lehrerin aus Bayern. Sie zahlte bei der Barmenia 180 Euro monatlich für einen umfassenden Tarif mit Einzelzimmer und Chefarzt.
Mittleres Alter (40 Jahre, 50% Beihilfe)
Ein 40-jähriger Beamter mit 50 Prozent Beihilfe zahlt für eine gute Absicherung etwa 220 bis 320 Euro monatlich. Mit zunehmendem Alter steigen die Beiträge, weil das Krankheitsrisiko statistisch höher wird.
Vor der Pensionierung (55 Jahre, 50% Beihilfe)
Ein 55-jähriger Beamter kurz vor der Pensionierung mit 50 Prozent Beihilfe zahlt etwa 300 bis 450 Euro monatlich. Das klingt viel, sinkt aber nach der Pensionierung deutlich.
Vor einem Monat hatte ich einen 56-jährigen Oberamtsrat in Beratung, der 380 Euro monatlich zahlte. Nach seiner Pensionierung nächstes Jahr wird sein Beitrag auf etwa 200 Euro sinken, weil sein Beihilfesatz von 50 auf 70 Prozent steigt.
Pensionär (65 Jahre, 70% Beihilfe)
Ein 65-jähriger Pensionär mit 70 Prozent Beihilfe zahlt etwa 180 bis 280 Euro monatlich. Das ist deutlich weniger als während der aktiven Dienstzeit und auch weniger als in der GKV.
Vergleich: PKV-Kosten für Beamte nach Alter
Die folgende Tabelle zeigt dir typische monatliche Beiträge für einen umfassenden Tarif mit Zweibettzimmer und Chefarzt. Die Werte basieren auf meiner Beratungserfahrung mit über 1.000 Beamten.
| Alter | Beihilfesatz | Monatsbeitrag | Leistungsumfang |
|---|---|---|---|
| 25 Jahre (Anwärter) | 70% | 90–130 € | Sehr gut |
| 30 Jahre | 50% | 150–220 € | Sehr gut |
| 35 Jahre | 50% | 180–260 € | Sehr gut |
| 40 Jahre | 50% | 220–320 € | Sehr gut |
| 45 Jahre | 50% | 260–380 € | Sehr gut |
| 50 Jahre | 50% | 300–420 € | Sehr gut |
| 55 Jahre | 50% | 340–450 € | Sehr gut |
| 65 Jahre (Pension) | 70% | 180–280 € | Sehr gut |
| 70 Jahre (Pension) | 70% | 190–300 € | Sehr gut |
Unterschied zwischen Basis- und Premium-Tarifen
Du kannst bei der PKV zwischen verschiedenen Leistungsniveaus wählen. Basistarife mit Mehrbettzimmer und Kassenarzt kosten etwa 30 bis 40 Prozent weniger als Premium-Tarife. Komforttarife mit Zweibettzimmer und Chefarzt sind der Standard für die meisten Beamten.
Premium-Tarife mit Einzelzimmer und erweiterten Leistungen kosten etwa 20 bis 30 Prozent mehr als Komforttarife.
Ein 35-jähriger Verwaltungsbeamter kam letzte Woche zu mir. Er wollte zunächst den günstigsten Tarif. Ich rechnete ihm vor: Basistarif 140 Euro, Komforttarif 190 Euro, Premium-Tarif 240 Euro. Die Differenz von 50 Euro zum Komforttarif war ihm das Zweibettzimmer und die Chefarztbehandlung wert.
Zusatzkosten: Beihilfeergänzungstarif
Zusätzlich zum Haupttarif solltest du einen Beihilfeergänzungstarif abschließen. Dieser kostet etwa 10 bis 25 Euro monatlich und schließt Lücken zwischen Beihilfe und PKV. Ohne diesen Tarif bleibst du auf Eigenanteilen sitzen, zum Beispiel bei Zahnersatz, Sehhilfen oder höheren Arzthonoraren.
Vergleich zur gesetzlichen Krankenversicherung
In der GKV würdest du als Beamter deutlich mehr zahlen. Der GKV-Beitrag liegt bei etwa 15,9 Prozent des Bruttoeinkommens, mindestens aber rund 200 Euro monatlich. Bei einem Bruttoeinkommen von 4.000 Euro zahlst du in der GKV etwa 636 Euro monatlich. In der PKV mit Beihilfe nur 200 bis 300 Euro.
Der Unterschied wird noch größer, wenn du Kinder hast. In der GKV sind Kinder beitragsfrei familienversichert. In der PKV zahlst du für jedes Kind etwa 80 bis 150 Euro extra. Aber deine Kinder bekommen 80 Prozent Beihilfe, was den Beitrag niedrig hält.
Fazit: „Die PKV ist für Beamte fast immer günstiger und besser als die GKV.“
Die Kombination aus Beihilfe und PKV ist unschlagbar. Du zahlst weniger, bekommst mehr Leistung und profitierst von besserer medizinischer Versorgung.
Wichtig ist, dass du früh einsteigst. Je jünger du bist, desto günstiger sind die Beiträge. Ein 25-jähriger zahlt über 40 Dienstjahre hinweg etwa 30.000 bis 40.000 Euro weniger als ein 35-jähriger, der 10 Jahre später einsteigt.
